Kategorie: Graffiti lernen

Das wichtigste um selber Graffiti zu lernen.

Buchkritik Die Graffiti Anleitung

Buchkritik: Die Graffiti Anleitung

Als ich vor kurzem dieses Buch des schweizer Jungautoren Benjamin Meier entdeckte, zog es natürlich sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. Es ist am 15. Juli 2017 auf Amazon erschienen und ich habe es mir zugelegt, um es kritisch zu betrachten. Ich habe es für 21,29€ auf Amazon bekommen.

Am Ende dieses Artikels habe ich ein Video eingefügt, welches einen kurzen Eindruck des Buches vermittelt.

Für den ungeduldigen Leser kurz vorweg: Keine Kaufempfehlung
(Laut der Webseite zum Buch gibt es allerdings eine Geld-zurück-Garantie, wäre also wohl möglich es mit Null Risiko auszuprobieren. www.graffitianleitung.ch)

Aber warum?

Erster Eindruck

Mein erster Eindruck kam nicht vom Buch selber, sondern von der Präsentation auf Amazon. Obwohl das Buch zu dem Zeitpunkt erst seit etwas mehr als 2 Monaten zu kaufen war hatte es schon 67 Kundenrezensionen. Bis auf eine einzige Alle samt positiv, 62 Mal 5 Sterne, wenige mit 4 Sternen, die einzige kritische mit 1 Stern und komplett negativ verfasst.

Im Vergleich hat das Buch „Graffiti School – der Weg zum eigenen Style“, welches ich auch mehrfach auf dieser Seite empfehle und das jetzt seit genau 4 Jahren auf Amazon erhältlich ist, gerade einmal 19 Kundenrezensionen insgesamt.

Diese Tatsache machte mich schon skeptisch. Nach etwas Recherche stellte ich fest, dass dieses Buch wohl mal eine Zeit vollkommen kostenlos als E-Book erhältlich war. Dies ist eine verbreitete Praxis für neue Bücher unbekannter Autoren, um ihre Werke unters Volk zu bringen und so die ersten Kundenrezensionen zu generieren, welche spätere potenzielle Kunden zum Kauf anregen sollen.

Wenn man sich die Rezensionen allerdings genauer ansieht, dann findet man schnell ein paar Accounts von Leuten die mehrere Buchrezensionen pro Tag verfassen. Der vermeindliche Kunde der Rezension nach meiner eigenen hat am gleichen Tag noch 10 weitere Bücher rezensiert, Alle jeweils mit 5 Sternen. Da frage ich mich doch, ob diese Rezensionen alle authentisch sind.

Auf dem Autorenprofil auf Amazon gibt es ein Video, welches ich mir vor dem Kauf des Buches angesehen habe. Hier sieht man den sehr jungen Autor ein Graffito sprühen, welches er mit KREIDE an der Wand vorzeichnet. Für die unwissenden unter euch: Kreide ist quasi Farbstaub, und wer eine Staubschicht unter einer Lackschicht aufträgt mindert die Haftung des Lackes an der Oberfläche. Teile des Bildes könnten also vorzeitig von der Wand fallen. Eine Technik also, die nicht gerade auf Professionalität des Autors schließen lässt.

So ging ich also mit einer schon vorgebildeten Meinung an das Buch heran, vielleicht nicht die beste Voraussetzung für eine Objektive Kritik.

Zum Buch selbst

Von Außen erstmal ganz ordentlich. Das Cover zeigt einen soliden Style, der auch für den Anfänger erkennbar ist. Auf der Rückseite wird heißt es es, sei „das ideale Buch, um die Kunst von Graffiti zu erlernen.“ Der Leser solle mit diesem Buch folgende Punkte lernen:

  • Wie du dein eigenens Graffiti sprayen kannst.
  • Wie du deinen eigenen Style entwickelst.
  • Wie du dich von anderen Writern abgrenzt.
  • Und wie du in die Welt der Graffiti-Kunst eintauchen kannst.

Es folgen die Aussagen zweier „bekannter Graffiti Writer“, welche als Kommentar zum Buch dargestellt werden, aber bei genauer Betrachtung kein einziges Wort über das Buch verlieren, sondern lediglich allgemeine Tipps zum lernen vom Graffiti sind. Dies ist besonders verwunderlich da der zweite Kommentar vom Autor (CLASH) selber verfasst ist.

Die inneren Werte

Don´t judge a book by its cover. Wenden wir uns also nun dem Inhalt des Buches zu. Es beginnt mit einer kurzen Einleitung, welche mit den Worten endet „Graffiti ist eine freie Kunstform ohne Einschränkungen“ (S.0) nachdem von Graffiti im öffentlichen Raum gesprochen wird. Auf die gesetzlichen und rechtlichen Einschränkungen bzw. Aspekte wird hier erstmal nicht eingegangen, was ich als etwas kritisch emfinde. Durch diverse Fehler im Buch wirkt es, als sei es als eine Art Indi-Werk entstanden. Darüber hinaus wird der Leser vom Autor einige Male mit Fachbegriffen konfrontiert, ohne eine Erklärung dieser Begriffe geliefert zu bekommen.

Der Einstieg ins Thema geschieht direkt mit einem Graffitialphabet. Dieses ist technisch von nicht all zu hoher Qualität, was mir den Eindruck vermittelte, als hätte sich der Autor etwas zu viel zu getraut. Weiter bestätigt wird dieser Eindruck auf den folgenden Seiten. So werden die einigermaßen geübten Graffitiinteressierten (zugegeben nicht die Zielgruppe des Buches) sich spätestens auf Seite 8 fragen, warum man für dieses Werk einen so hohen Preis zahlen muss, wenn man bessere Beispiele und ausführlichere Anleitungen kostenlos im Internet finden kann.

Der herausragend wertvolle Tipp des Autors zum entwickeln eigener Buchstaben lautet „Verforme sie, bis sie dir gefallen“. Genaueren Bezug darauf, was dabei zu beachten ist und was mögliche Fehler beim Verformen der Buchstaben sein können, wird hier nicht genommen.

Zum Punkt ‚lernen seinen eigenen Style zu entwickeln‘ hat der Autor leider nur zwei Sätze zu Papier gebracht, deren überaus hilfreiche Aussage lautet: „Wichtig ist nur, dass du mit der Zeit deinen eigenen Style entwickelst…“. Wie der Leser dies erreichen kann, wird nicht weiter erläutert. Dazu gibt es eine Seite mit lieblosen Beispielen, welche der Autor selber als „simpel“ bezeichnet und dem Einsteiger als Inspirationsquelle dienen sollen.

Im Kapitel „Der Tag“ wird dem Graffitianfänger empfohlen seinen Tag mit Elementen wie „Pfeilen, Kronen, Kreuzen und weiteren Elementen aufzuwerten“. Weder wird hier die Bedeutung dieser Elemente erklärt noch darauf hingewiesen, dass es in der eingeschworenen Graffitiszene relativ ungern gesehen wird als Anfänger seinem Tag eine Krone aufzusetzen. Die Krone ist, wie zu vermuten lässt, Symbol von Adel. In diesem Fall Symbol dafür als Graffiti Writer besonders herausragende Leistungen erbracht zu haben, mit denen man sich den Respekt der Szene verdient hat.

Nach diesen ernüchternden Vorläufern haben mich die Kapitel über 3-dimensinale Graffit, die Tiefe der Buchstaben sowie über Licht und Schatten  sogar positiv überascht. Inhaltlich ist dieser Teil durchaus brauchbar und für den Einsteiger gewiss hilfreich,  allerdings genau wie im Rest des Buches sind die Erklärungen in ihrem Umfang sehr zurückhaltend.

Das erste Mal, dass der Leser mit der Praxis an der Sprühdose konfrontiert wird, ist mit der Erklärung, wie man Highlights in einem Graffito sprüht, was beim Sprühen chronologisch so ziemlich das letzte ist, das man an einem Bild macht. Im Anschluss folgen Erklärungen zu Schablonen und Klebeband, was ich von der Reihenfolge etwas verwunderlich finde, da dem Leser hier mit keinem Wort der grundlegende Umgang mit der Sprühdose erklärt wird.  Übrigens geschieht dies auch im ganzen Rest des Buches nicht.

!!!Ganz genau, in diesem Buch mit dem Titel „Die Graffiti Anleitung“ wird dem Leser nicht beschrieben, wie man eine Farbsprühdose zu handhaben hat!!!

Aber kommen wir zum Kernteil des Buches. In einer vierseitigen Anleitung mit 20 kleinen Einzelbildern und einem kurzen Satz pro Bild wie z.B.: „Füge auch hier eine ähnliche Farbe hinzu“ wird in für mein Verständnis sehr untypischer Reihenfolge, und mit einer für klassisches Graffiti eher fragwürdigen Technik, der Versuch unternommen dem unwissendem Leser beizubringen sein eigenes Graffito zu sprühen. Der Autor klebt die komplette Sillhouette des Styles mit Malerkrepp ab, um die Fill Ins (Farben innerhalb der Konturen der Buchstaben) zu sprühen, was zwar prinzipiell keine schlechte Technik  ist, allerdings unter Style Writern meiner Erfahrung nach eher wenig praktiziert wird. Eine andere Vorgehensweise für den fortgeschrittenen Anfänger wird hier nicht erwähnt.

Im Kapitel „Character“ werden anstelle einer Erklärung oder Anleitung zum Erstellen eines Characters ausschließlich Fotos von gesprühten Graffiti Charactern gezeigt und dies auch noch ohne deren Autoren in irgendeiner Weise zu kreditieren. Die einzige Erläuterung an dieser Stelle dient der Klärung des Begriffs.

Wieder positiv beeindrucken konnte mich das Buch mit dem kurzen Kapitel über Anamorphose, also das malen eines Bildes, mit der optischen Illusion, es würde sich nicht flach auf der Oberfläche, sondern im dreidimensionalen Raum davor befinden. Leider könnten auch hier die Erläuterungen etwas ausführlicher sein. Dieses Können hatte ich dem Autor bis zu dieser Stelle im Buch nicht zugetraut.

Erst ab Seite 80 wird nun endlich auf den rechtlichen Aspekt von Graffiti als Straftat eingegangen. Auch dies geschieht allerdings wieder auf eine so reduzierte und simple Weise, dass es für ein Buch zum Thema Graffiti meiner Meinung nach etwas unzureichend ist. Auf einer Seite, die ansonsten nur aus Bildern besteht, findet sich dann noch das Zitat „Illegales Sprayen lohnt sich nicht“. Dass darunter als Urheber dieses weisen Ausspruches der Writername Clash steht lädt zum Schmunzeln ein, wenn man bedenkt, dass der Autor des Buches Benjamin Meier a.k.a. CLASH ist und er sich hier also wieder einmal selber zitiert.

Desweiteren folgen Bilder mit der Überschrift „WALL OF FAME…“. In der Schweiz oder in anderen Teilen des deutschsprachigen Raumes mag das die verbreitete Betitelung einer legalen Graffitiwand sein, allerdings kenne ich aus meinem Umfeld nur den Begriff „Hall of Fame“. Die andere Version kenne ich als das, was Leute sagen, die sich verhört haben und nie korrigiert worden sind, weil „Wall“ als Wand ja auch durchaus Sinn ergibt.

Wenn sich der Autor dann endlich den benötigten Materialien zuwendet, erwähnt er zu Sprühdosen nur ein einziges Produkt, die Monatana Gold Dose, welche ohne Frage eine erstklassige Dose ist, Alternativen nennt er jedoch nicht. Warum man in einem Buch, welches potentiell im gesamten deutschsprachigen Raum gelesen wird, einen einzigen Laden in der Schweiz nennt, anstatt einer Liste von Läden oder Onlineshops, in denen man diese Sprühdose erwerben kann, wird mir nicht ganz klar. Auch auf den Unterschied zwischen High Pressure und Low Pressure -Dosen wird nicht im geringsten eingegangen. Zu Makern wird nur ein Foto von drei edding 3000 gezeigt und der Hinweis, man könne „Filzstifte verwenden“, dass es diverse Acrylmaker speziell für das malen von Graffiti-Kunst, oder auch Grafikmarker auf Alkoholbasis gibt, die man dem Leser empfehlen könnte, scheint dem Autor nicht in den Sinn gekommen zu sein.

Zum Thema Atemschutz fällt dem Autor nur ein, dass es zu einer „hohen Schädigung der Atemwege führen kann“, wenn man den Farbstaub einatmet. Dass aber auch die Lösungsmittel eine Gefahr für die Leber darstellen wird hier nicht erwähnt. Darum zeigt das Foto wohl auch nur einen Einwegatemschutz und nicht eine professionelle Atemschutzmaske mit auswechselbaren Gas- und Partikelfiltern, wie sie die meisten Graffitikünstler bei der Arbeit tragen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Fehlen von Atemschutz bzw. schon die Verwendung zu alter Filter zu stark erhöhten Leberwerten führen kann.

Das Wort Stencil schreibt der Autor konsequent falsch, nämlich „Stencyl“, was erneut den Anschein mangelnden Fachwissens vermittelt.

Gegen Ende gibt es noch einige Bildbeispiele anderer Künstler sowie die Empfehlung des YouTube Kanals von Saikone, einem erfahrenen Graffitikünstler, welcher sein fundiertes Wissen vollkommen kostenlos in seinen Videos mit seinen Zuschauern teilt. Im Gegensatz zu den umfangreichen Tutorials (inzwischen über 120) von Saikone zeigt dieses Buch leider eher mindere Qualität zu hohem Preis und schließt mit dem Satz ab: „Du hast nun das Buch gelesen und besitzt das Wissen, um dein eigenes hochwertiges Piece zu sprayen.“(S.127) Was ich persönlich in Anbetracht der Qualität der im Buch enthaltenen Tipps als leicht anmaßend empfinde.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Buch seinem relativ hohen Preis nicht gerecht wird. Der vollkommen unerfahrene Leser kann hier zwar durchaus einige wertvolle Dinge lernen, wird aber schnell an die Grenzen des Buches stoßen. Von den 4 Punkten, die es als zentrale Lehrstoffschwerpunkte angibt, kann es gerade mal einen einzigen halbherzig erfüllen. In seinem wenigen Text tummeln sich unangemessen viele Fehler, es ist nicht wirklich gut gesetzt (der Text ist auf einigen Seiten abgeschnitten) und verschwendet mit seinen vielen überflüssigen schwarzen Balken eine Menge Tinte, die in ausführlicheren Erläuterungen besser investiert worden wäre. Als kostenlose Anleitung, fände ich es eine gute Leistung, die Anerkennung verdienen würde. Für ein Drittel oder die Hälfte des Preises wäre es meiner Meinung nach noch akzeptabel, aber dafür 21€ zu verlangen (Ursprünglich sogar mal über 29€), dann nicht einmal die auf dem Cover gemachten Versprechen zu halten und so sparsamen Inhalt abzuliefern, empfinde ich persönich als ziemlich dreist. Alles in Allem macht es auf mich den Eindruck nur schnelles Geld verdienen zu wollen, ohne großen Wert auf Qualität zu legen, oder aber ist es das Resultat massiver Selbstüberschätzung. Eines muss ich dem Autor allerdings noch anerkennen: Den Mum zu haben dieses Werk kostenpflichtig zu veröffentlichen, hätte ich nicht. Respekt dafür. 😉

Wer einen Ratgeber sucht, um sich nachhaltiges Wissen zum Thema Graffiti anzueignen, der einen während seines Lernprozesses über längere Zeit begleitet, dem rate ich davon ab dieses Buch zu kaufen, da es nur wenig Mehrwert bietet und eher ein Bildband als eine Anleitung darstellt. Wenn man allerdings das Geld etwas locker sitzen hat und beim Thema Graffiti und zeichnen noch so gut wie auf Null steht, dann kann es nicht schaden sich dieses Buch zuzulegen. Lediglich in Relation zum Preis beurteile ich dieses Buch als unzureichend.

Stattdessen empfehle ich guten Gewissens das Buch Graffiti School, es kostet nur rund 25 Euro und bietet ein vielfaches an nützlichen Informationen, Anleitungen und Übungen.

Viel Spaß beim Sprühen!

LennArt


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Graffiti auf Schrank

Graffiti für Anfänger 7: Outlines ziehen

Mit den Outlines kann ein ansonsten gutes Piece in die Bedeutungslosigkeit fallen oder ein simples Piece herausragen. An den Outlines kann man oft erkennen, ob ein Writer ein Frischling oder ein Könner ist. Für viele Graffitianfänger ist das schwierigste beim Sprühen das Ziehen der Outlines und bei dem Gedanken über ein zufriedenstellendes Bild Linien drüber zu malen, die das ganze Bild versauen könnten, wird so manch Einer recht nervös. Um deine Outlines zu verbessern habe ich daher hier ein paar Tipps zusammengestellt.

Das Cap
Die Wahl des richtigen Caps ist essentiell für gute Outlines. Am besten ist natürlich ein Skinny Cap, doch auch hier gibt es Unterschiede. Suche dir ein Cap mit sauberer Kante und niedrigem Druck.

Die Dose
Auch mit der Dose kann man den Erfolg der Outlines unterstützen. Um es dir leichter zu machen die Outlines sauber zu ziehen wähle am besten eine Low Pressure Dose. Noch besser ist es, wenn du eine Dose benutzt, die schon weniger als halbvoll ist. Dadurch hat sie noch geringeren Druck und erleichtert dir das ziehen der Outlines noch etwas mehr. Low Pressure Dosen sind z.B. Molotow Premium, Montana Gold oder mtn 94

Die Technik
Am wichtigsten ist natürlich die Technik, aber was ist die richtige Technik für saubere Outlines?

  • Zuerst einmal solltest du die Outlines in kurze Abschnitte unterteilen, die du jeweils in einer fließenden Bewegung ohne Unterbrechung ziehen kannst.
  • Benutze beim Malen deinen gesamten Körper: Bleib nicht steif, sondern bewege deinen ganzen Körper mit. Besonders bei großen Bögen hast du so mehr Bewegungsfreiraum. Schulter und Ellenbogen sollten sich natürlich frei bewegen können.
  • Für ungeübte Writer ist es sehr hilfreich die Outlines Stück für Stück einzuüben. Dafür fährst du jeden Abschnitt vor dem sprühen mehrfach mit der Dose hin und her ohne zu sprühen, um den Verlauf der Linie zu üben. Sobald du dich sicher fühlst und meinst die Linie zu treffen drückst du aufs Cap und sprühst den Abschnitt.
  • Dickere Outlines. Male die Outlines von der Stärke von eineinhalb bis zwei Strichen, so hast du etwas Spielraum, um Fehler auszubessern. Ein sehr geübter Writer schafft es natürlich gute Outlines von einer einzigen Strichstärke zu malen, aber dafür ist eben viel Übung nötig.
  • Üben, üben, üben!

Wenn du wirklich gut werden möchtest, dann solltest du versuchen einmal pro Woche ein kleines Piece an deiner örtlichen Hall of Fame (legalen Wand) zu malen. Wenn du bei gutem Wetter an eine beliebte Hall gehst, dann kannst du hier manchmal nette Kollegen treffen, die bereit sind, ein paar Tipps mit dir zu teilen.

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Keep spraying! Viel Spaß beim Sprühen!

LennArt

Für Anfänger empfehle ich dieses Buch:


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Graffiti Handwerkszeug

Graffiti für Anfänger 6: Das Handwerkszeug

Als Anfänger, der sein Können etwas vertiefen möchte, fragt sich der Eine oder Andere vielleicht was außer Sprühdosen und Caps eigentlich noch in den „Werkzeugkoffer“ eines Sprayers gehört. Um diese Frage zu beantworten habe ich hier eine umfangreiche Liste zusammengestellt von allem, was ein gut ausgestatteter Graffitikünstler haben sollte. Die folgende Liste kann natürlich auch als Orientierung für Geschenkideen dienen, wenn Du dich fragst, was Du einem Graffitibegeisterten schenken kannst.

Für eine bessere Übersicht habe ich die Liste einfach mal in drei Bereiche unterteilt. Viele der hier genannten Gegenstände bekommt man in Graffiti Stores, im Internet z.B. bei inflammable oder overkill und auf amazon, oder in Baumärkten.

Dies ist einer reine Auflistung, in späteren Artikeln werde ich darauf eingehen, wozu und wie man die einzelnen Gegenstände einsetzt.

Die grundlegenden Utensilien eines Sprühers oder Writers

Zum Sprühen:

  • Sprühdosen (mehr darüber hier)
  • Caps (Sprühköpfe)
  • Acrylmarker (z.B. Molotow Marker)
  • Wandfarbe
  • Farbrolle
  • Pinsel
  • Malerkrepp
  • Zeitungspapier
  • Leinwände
  • Staffelei
  • Bastellskalpell (zum schneiden von Schablonen)
  • Schneideunterlage
  • Gummi- oder Latexhandschuhe
  • Atemmaske mit Partikel- und Gasfiltern
  • Arbeitskleidung (die dreckig werden darf)
  • Nagellackentferner oder Aceton zum entfernen von Farbresten

Zum Zeichnen zuhause:

  • Bleistifte
  • Blackbook (so nennen die Writer ihr Skizzenbuch)
  • Zeichen- oder Druckerpapier
  • Marker auf Wasser- oder Alkoholbasis (z.B. Stylefile Marker)
  • Aquarellstiffte
  • Aquarellpinsell
  • Kalligraphiestifte oder Marker
  • Fineliner
  • Filzstifte

Für den Fortgeschrittenen oder Profi:

  • Dosengürtel (Molotow Can Belt)
  • Schere und Kartonstücke
  • Malervlies
  • Plastikfolie
  • Meterstab oder Maßband
  • Wasserwaage
  • Teleskopstange für Farbrollen
  • Schleifpapier oder Schleifmaschine
  • Verschiedene Grundierungen
  • Lappen zum reinigen der Oberflächen
  • Winkel
  • Bindfaden (als großer Zirkel auf einer Wand)
  • Trittleiter
  • Overheadprojektor oder Beamer mit Laptop
  • Stancil Cutter oder evtl. sogar besser Lötkolben mit feiner Spitze
  • Schablonenfolien (Mylarfolie)
  • Einen Werkstatttacker
  • Hammer und Nägel
  • Rahmenleisten zum bauen von Keilrahmen
  • Leinwandstoff auf der Rolle

 

Das ist meine Liste der wichtigsten Werkzeuge eines Graffitisprayers.
Viel Spaß beim Spühen!
Lennart


 

Graffiti lernen für Anfänger 5: Bestandteile eines Styles

In diesem Artikel werde ich die grundlegenden Elemente eines klassischen Graffiti Style auflisten und beschreiben, um dem Anfänger einen Überblick und mehr Verständnis über diese Materie zu verschaffen.

Jeder klassische Style setzt sich meist aus den immer gleichen Grundbausteinen zusammen, welche diese sind erfährst du hier.

Graffiti Style OutlineOutline

Das wichtigste Element eines Styles ist und bleibt die Outline, als die Kontur. Man könnte alles andere entfernen, aber solange die Outline bleibt ist der Style erkennbar.
Die Outline ist die Kontur eines jeden Buchstabens und ist meistens nur einfache bis maximal zweifache Strichbreite dick. Beim Sprühen würde man die Outline fast zum Schluss ziehen, da diese besonders sauber und ordentlich sein soll und nicht von anderen Farben überdeckt oder angeschnitten sein darf. Für viele ungeübte Writer ist dies das schwierigste am ganzen Bild, da man sich hier die wenigsten Fehler erlauben kann. Natürlich zeichnet man zu Beginn des Bildes schon die Proportionen des Styles an die Wand. Dies tut man jedoch nur skizzenartig und meist mit den Farben, mit denen man später die Buchstaben ausfüllt. Die letztendliche Outline sprüht man kurz vor Schluss des Bildes.

 

 


Fill-In

Die Farben im Innern der Konturen nennt man Fill-In, also die Füllung des Buchstaben. Sie setzen sich häufig aus Farbverläufen (Fadings) und simpel geformten Flächen zusammen. Hier kann man so ziemlich machen was man will, wichtig ist nur auf eine gewisse Stimmigkeit der Farben zu achten. Beim Sprühen eines Style würde man das Fill-In entweder als erstes oder gleich nach dem Hintergrund sprühen.

 

 

 

 


Background

Wie die anderen Elemente wird auch der Hintergrund häufig auf englisch benannt. Ein Hintergrund kann komplett einfarbig, abstrakt oder auch eine ganze Landschaft sein. Es ist Sinnvoll den Hintergrund als erstes zu sprühen und diesen, genau wie den Rest des Bildes, vorwiegend von oben nach unten zu arbeiten. Beliebte Element im Background sind Pfeile oder Bubbles.

 

 

 

 

 


Block oder 3D Block

Der Block soll dem Buchstaben Tiefe geben. Er wird meistens in einem Schritt bzw. gleich nach der Fill-In gemalt. Man kann den Block parallel verlaufen lassen, also alle Kanten in die gleiche Richtung ziehen, oder perspektivisch mit einem Fluchtpunkt. Die Alternative zum Block ist der Schatten.

 

 

 

 

 


Second Outline

Die Kontur um die Kontur. Diese zieht man für gewöhnlich um den kompletten Style herum, ohne dabei die in die Buchstaben einzudringen. Die Second Outline oder einfach nur Second dient dazu einen Kontrast zwischen Style und Background zu schaffen. Der Style soll sich klar vom Background abheben. Meistens ist die Second etwas breiter als die Outline, dadurch ist die leichter zu sprühen und kann auch dazu dienen Fehler in der Outline zu korrigieren.

 

 

 

 

 


Graffiti Beispiel Highlights

Highlights

Die Highlights sind für gewöhnlich das letzte I-Tüpfelchen am Bild. Für den Writer ist es auch eine Art Belohnung für den fertigen Style. Es sind die Lichtreflexe einer gedachten Lichtquelle, die den Style ausleuchtet. Daher setzt man sie einer gewissen Logik folgend. Für gewöhnlich denkt man sich nur eine Lichtquelle und überlegt dementsprechend wo die Lichtreflexe auf den Style gesetzt werden müssen. Es sind weiße oder sehr helle Striche oder Punkte, häufig mit einem gefadeten Schein drumherum und dem klassischen „Glanzstern“, der einen Lichtreflex (Flare) wie in einer Kameralinse darstellen soll.

 

Das sind die wesentlichen Bestandteile eines klassischen Graffiti Styles. Ich hoffe du hast etwas gelernt.
Viel Spaß beim Sprühen
Lennart

Noch ein Buchtipp für Graffitineulinge:


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Innenraum Graffiti Büro Style

Kurzanleitung: Graffiti Buchstaben zeichnen Schritt für Schritt

Zeichnest Du gern und hast dich schon immer gefragt, wie man Graffiti Buchstaben richtig zeichnet?

Für alle Einsteiger, die sich auf die Schnelle einen Überblick darüber verschaffen wollen, wie man Buchstaben im Graffiti Stil zeichnet habe ich hier eine Schritt für Schritt Anleitung auf das Wesentliche reduziert.

Los geht’s!
Die ersten 2 Schritte dienen eher dem Verständnis und müssen nicht zwangsläufig auf dem Papier durchgeführt werden. Du kannst diese auch im Kopf durchführen und mit Schritt 3 anfangen.

Schritt 1:

Überlege dir welchen Buchstaben du zeichnen möchtest und zeichne diesen wie einen gewöhnlichen Druckbuchstaben. Achte dabei darauf aus wie vielen Linien der Buchstabe besteht. In meinem Beispiel besteht das R aus insgesamt 3 Linien, 2 geraden und einem Bogen. Ein E besteht aus 4 geraden Linien, ein O aus nur einer Linie, nämlich einem geschlossenen Kreis.

Schritt 2:

Dies ist der wichtigste Schritt. Ersetze jetzt jede Linie deines Ausgangsbuchstabens durch einen „Balken“. Balken können genau wie Linien auch um die Kurve verlaufen. Zeichne also um jede Linie einen Balken herum. Wenn du das geschafft hast steht das Grundgerüst deines Buchstabens.

Graffiti Buchstaben zeichen Schritt für Schritt 1
Schritt 1 – 3
Schritt 3:

Wenn man einmal weiß wie Schritt 1 und 2 funktionieren fängt man eigentlich erst bei diesem Schritt an. Zeichne nun noch einmal mit einem Bleistift deinen Buchstaben, aber diesmal nur aus den Balken, ohne den Druckbuchstaben im Innern.

Schritt 4:

Nimm nun einen Filzstift zur Hand und zeichne die äußeren Konturen des Buchstabens nach. Lasse dabei die Stellen aus, an denen sich die Balken überschneiden. Diese Kontur nennt man im Graffiti die Outline.

Schritt 5:

Nun fügen wir Tiefe hinzu. Dazu tun wir so, als ob wir den Buchstaben schräg oder seitlich versetzen. Zeichne dafür von den Ecken des Buchstabens kurze gleichlange Linien, welche alle in die selbe Richtung verlaufen. Tu dies nur für die Ecken, an denen die neue Linie nicht innerhalb des Buchstabens verläuft. Anschließend verbindest du diese kurzen Versetzungslinien. Die so entstehenden Konturen müssten parallel zu den vorhandenen Konturen des Buchstabens verlaufen. Der Buchstabe sollte nun aussehen, als hätte er Tiefe. Wie als hätte man ihn aus einem Holzbrett herausgeschnitten. Diese Tiefe nennt man im Graffiti den 3D Block oder nur Block.

Graffiti Buchstaben zeichen Schritt für Schritt 2
Schritt 4 – 6
Schritt 6:

Male den Buchstaben bunt aus. Die bunte Farbe im Innern der Konturen des Buchstabens nennt man im Graffiti das Fillin. Hier kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Übliche Elemente sind z.B. Farbverläufe, geometrische Formen oder andere Farbfläche wie Kreise, Rechtecke usw.
In meinem Beispiel kannst du sehen, wie ich die Tiefe des 3D Blocks noch zusätzlich mit einigen Linien herausgehoben habe, die parallel zum Block verlaufen. Die weißen Linien im Block und im Fillin sollen adeuten, dass der Buchstabe von einer Lichtquelle angeleuchtet wird. Diese meist weißen Details nennt man Highlights.

Zum Schluss kannst du noch mit einer knalligen Farbe eine zweite Kontur um den gesamten Buchstaben samt Block zeichnen. Diese wird Second Outline genannt. Und Anschließend fügst du einen Hintergrund hinzu.

Nun ist dein Graffiti Buchstabe fertig.


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Online Shops für Graffiti-Spraydosen und Alles, was dazu gehört sind z.B. inflammable, overkill oder graffitilager.

Wenn du es ganz genau wissen willst, dann ließ doch meinen detalierteren Artikel zu diesem Thema , indem ich noch mehr auf den Ursprung und die Logik von Graffiti eingehe.

Viel Spaß beim Zeichnen.
Lennart

Ein Buchtipp:

Wo kauft man Graffiti-Spraydosen?

Sprühdosen für Graffiti kaufen, Tipps für Anfänger.

Wer mit Graffiti anfangen möchte und nicht weiß welche Sprühdosen dafür geeignet sind oder wo man sie kauft, für den habe ich hier eine kurze Zusammenfassung zum Thema Graffiti-Spraydosen kaufen.

Heutzutage kauft man Farbsprühdosen für Graffiti, oder allgemeiner Sprühdosen für künstlerische Anwendungen, schon lange nicht mehr im Baumarkt. Das waren die 1980er und 90er Jahre. Graffiti hat sich seit dem extrem weiter entwickelt und damit auch die Sprühdosen. Heute gibt es für alle möglichen Ansprüche die richtige Dose. Diese werden längst gezielt für Graffiti hergestellt und dementsprechend auch genau für diesen Zweck und die entsprechende Zielgruppe verkauft.

 

Wo kauft man also Sprühdosen?

Grundlegend gibt es da drei Möglichkeiten:

 

1. Im Graffiti- oder Hiphop Store.

Mittlerweile gibt es schon in vielen größeren Städten spezielle Läden, welche sich auf die Hiphopkultur spezialisiert haben. Neben Kleidung, Mützen und Sneakers haben nicht wenige dieser Läden auch ein Angebot an Graffiti-Sprühdosen.

 

2. In Läden für Künstlerbedarf.

Dank der positiven Entwicklung von Graffiti ist es inzwischen auch in der Kunstszene immer weiter verbreitet mit Sprühfarben zu arbeiten. Dieser Entwicklung passen sich auch die Händler für Künstlerbedarf an, weswegen man in einigen Läden neben dem klassischen Angebot an Mal- und Zeichenwerkzeug auch immer häufiger eine kleine Auswahl an Graffiti-Sprühdosen und entsprechendem Zubehör findet.

 

3. Im Internet

Gibt es noch irgendetwas, das man heutzutage nicht im Internet kaufen kann? Auch das Handwerkszeug einer Sprayers kann man online einkaufen und sich bequem nach Hause liefern lassen. Online Shops für Graffiti-Spraydosen sind z.B. graffitilager, overkill, Inflammable oder sogar Amazon.

Graffiti Sprühdosen

Welche sind die richtigen Dosen?
Einige der hierzulande beliebtesten Marken heißen Montana, Molotow, mtn, Kobra, Ironlak oder Loop. Allgemein unterteilen sich die Sprühdosen in high- und low pressure Dosen, also Hoch- und Niedrigdruckdosen. Je höher der Druck in der Dose, desto gröber die Striche. Wer schnell viel Fläche ausmalen möchte oder generell auf großer Fläche arbeitet, der ist mit high pressure besser bedient. Low pressure sind eher für feinere Arbeiten wie z.B. Arbeiten auf Leinwand oder allgemein Fotorealismus. Ich persönlich benutze am liebsten die Sprühdosen der deutschen Qualitätsmarke Montana. Hier gibt es eines der umfangreichsten Angebote. Neben den normalen Farbsprays gibt es zum Beispiel Grundierung, Reinigungsspray, Reisslack oder Lack mit Marmoreffekt und sogar Kreidespray. Zum ganz normalen sprühen auf Wand oder Fassade eignen sich von Montana am besten die Dosen der Black Serie. Darüber hinaus gibt es die Montana Gold, mit besonders geringem Druck für feineres Arbeiten und flexiblerem Lack der sich z.B. besser für Arbeiten auf Leinwand eignet, die z.B. für den Transport gerollt werden muss.
Eine weitere der beliebtesten Spraydosen, vielleicht sogar die weltweit meistgenutzte, ist die Molotow Belton Premium. Dies ist die Marke mit der größten Farbpalette und eine sehr gute Dose sowohl für große, als auch für feine Arbeiten. Was mir an dieser Dose allerdings nicht gefällt, ist der hohe Druckpunkt. Man muss wesentlich mehr Kraft aufwänden, um zu sprühen. Daher finde ich die Arbeit mit Montana wesentlich angenehmer.

 

sprühköpfe Caps

Für den absoluten Sprühanfänger sei noch gesagt, dass man zum Sprühen nicht einfach nur eine Sprühdose braucht. Besonders für Anfänger ist es wichtig auch ein paar extra Sprühköpfe, genannt Caps, zu kaufen. Wenn man eine Sprühdose kauft, dann ist auf dieser immer ein Standard Cap drauf. Gerade als Anfänger ist es aber schwer mit einem Standard Cap anständig zu sprühen. Die Standard Caps sind von Marke zu Marke verschieden, aber für gewöhnlich hat ein Standart Cap einen zu hohen Druck für den Anfänger. Der Anfänger sollte sich am besten ein paar Skinny Caps dazu kaufen. Diese haben einen niedrigeren Druck und geringere Farbmenge.


Was kosten Graffiti-Sprühdosen?
Eine normale 400 ml Farbspraydose zum sprühen von Graffiti kostet meist zwischen 3,60 € und 4,00 €. Zusätzliche Caps kosten zwischen 15 und 40 Cent.

Jetzt weißt du welche Dosen du brauchst und wo du sie bekommst.
Hier noch ein Buchtipp für Graffitianfänger:

Viel Spaß beim Sprühen
Lennart


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Trick: Verstopfte Sprühdose? Das hilft!

Viele kennen das. Man hat eine frische Sprühdose und sie verstopft beim ersten Sprühen. Hier zeige ich dir meinen Trick, wie du eine verstopfte Sprühdose sauber und einfach befreien kannst.

Das Verstopfen ist immer die Folge von unausreichendem Schütteln. Oft merkt man am Klang der Kugeln im Innern, dass die Farbe verdickt ist. Wenn man eine frische Dose nicht genügend schüttelt, dann kann sie gleich beim ersten Strich verstopfen. Wenn das passiert, dann ist nicht bloß das Cap verstopft, sondern vor allem das Ventil an der Dose, so dass ein frisches Cap auch nicht weiterhilft.

Was hilft da noch? Manchmal kann es helfen einen Nagel in das Ventil zu drücken, was allerdings beim Erfolg in einer großen Schweinerei enden kann.

Doch die beste Lösung für dieses Problem ist wesentlich sauberer und hilft sogar bei absoluten Härtefällen. Das Geheimnis heißt Nagellackentferner oder Aceton. Bevor man allerdings irgendetwas gegen die Verstopfung unternimmt, sollte man noch mal eine gute Weile kräftig schütteln, damit sich die Sprühdose nicht gleich wieder verstopft sobald man die erste Verstopfung löst.
verstopfte Sprühdose reinigen
Nach dem Schütteln träufelt man einfach ein paar Tropfen Nagellackentferner in das Ventil der Dose, wartet 10 Sekunden oder auch etwas länger und setzt dann ein Fatcap drauf und sprüht. Bei besonders hartnäckigen Verstopfungen muss man diesen Trick zwei- bis dreimal wiederholen, aber bisher hatte ich hiermit auch bei den schwierigsten Fällen Erfolg.

Nagellackentferner oder auch Aceton aus dem Baumarkt sollte man als Profispüher sowieso immer dabei haben.

 

Nun weißt du, wie du deine verstopften Kannen doch noch nutzen kannst.

Viel Spaß beim Sprühen,

Lennart

 


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Graffiti lernen für Anfänger 4: Die Buchstaben – Style Writing

In diesem Artikel lernst du die Grundlagen zum Zeichnen von Graffiti-Buchstaben. Ich gebe dir  einen Einstieg ins Thema und wichtige Tipps damit du sofort loslegen kannst und weißt worauf es dabei ankommt.

Obwohl ich selbst von Anfang an eher Charakter-Maler als Style-Writer war und heute hauptsächlich den Fotorealismus ausübe, ist das Style-Writing auch für mich eine Pflichtdisziplin.  Style Writing ist aus dem modernen Graffiti nicht mehr wegzudenken und auch bei unserer Arbeit als Graffitikünstler kommt es immer wieder vor, dass ein Kunde einen Style haben möchte.
In diesem Artikel geht es um die richtige Form der Buchstaben und wie man zu einem guten Style kommt.

Um einen guten Style entwerfen zu können, sollte man die Logik dahinter kennen und verstanden haben. Wenn man das geschafft hat, dann ist schon eine große Hürde überstanden.
Das wichtigste ist aber auch beim Graffiti das Üben, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch du wirst nicht besser werden, wenn du nicht viel übst. Also am besten jeden Tag ein bisschen sketchen (zeichnen).

Der Ursprung des Style-Writing

Die Basis des Graffiti-Styles liegt eigentlich in der Kalligraphie, der Kunst des Schönschreibens. Auch wenn sich das Graffiti nicht direkt daraus entwickelt hat und die ersten Graffiti-Styles nicht viel mit Schönschreiben zu tun hatten, kann man doch sagen, dass das Graffiti so eine Art Mutation der Kalligraphie darstellt.
Wenn man also versteht wie die Kalligraphie funktioniert, dann versteht man auch die Logik hinter den stylischen Buchstaben aus dem Graffiti. Heutzutage gibt es sogar eine neue Disziplin, das sogenannte Calligrattiti, die Kombination aus Kalligraphie und Graffiti Tags.

Bei der Kalligraphie schreibt man häufig mit einer breiten Feder, mit der man breite Striche in Schreibrichtung und und feine Linien in 90° zur Schreibrichtung ziehen kann. So kann man die Buchstaben aus breiten Balken und dünnen Strichen aufbauen. Zieht man mit der Kalligraphiefeder eine Kurve, ohne die Feder dabei zu drehen, so bekommt man einen Bogen, der in seiner Breite kontinuierlich ab- oder zunimmt, je nachdem in welche Richtung man ihn zeichnet.

Bedingt durch die Form der Feder folgen die Buchstaben, welche man mit einer solchen Feder zeichnet, also gewissen Gesetzmäßigkeiten. Die Balken haben eine bestimmte Dicke, die Kanten sind parallel zueinander und die Breite des Striches ist abhängig von seiner Richtung.

Wenn du diese Gesetzmäßigkeiten im Hinterkopf behältst, während du deinen Style kreierst, ist das schon mal ein großer Schritt. Denn erst wer die Regeln kennt, kann sich über sie hinwegsetzen. Wenn du ein wirklich guter Writer werden willst, dann kann ich dir nur empfehlen nebenher auch viel Kalligraphie zu üben.

Um noch mal zu verdeutlichen, was ich über die Kalligraphie behaupte habe ich in Abbildung 2 die Evolution eines E‘s tatsächlich mit einer Feder gezeichnet.

Evolution Graffiti Buchstabe E
Abbildung 2

 

Schritt für Schritt zu deinem Graffiti

Da du jetzt den Ursprung kennst machst du im nächsten Schritt aus einem gewöhnlichen Buchstaben einen im Graffiti-Stil, indem du lernst ihn Stück für Stück weiterzuentwickeln. Zuerst zeichnest du einen ganz gewöhnlichen Druckbuchstaben, so wie er in jedem Buch zu finden ist. Was allerdings bei einem Druckbuchstaben eine Linie ist, zeichnest du als Balken. Für jede Linie wird ein durchlaufender Balken mit vier Seiten gezeichnet.

Wie du in Abbildung 3 Figur 2 siehst besteht jeder Buchstabe aus einzelnen Balken (oder auch Blöcken), wie hier durch das E verdeutlicht. Für die Qualität deines Styles ist es wichtig, dass du jeden Balken einzeln zeichnest und dabei alle Linien voll bis zum Ende durchziehst, wie man hier gut in Figur 2 und 3 erkennen kann. Überflüssige Linien werden später ausradiert oder übermalt.

Graffitibuchstabe Schritt für Schritt
Abbildung 3

Wenn du also deinen Ausgangsbuchstaben hast und weißt aus welchen Balken er sich zusammensetzt, kannst du anfangen diese Balken kreativ zu verändern.
Dabei ist es aber sehr wichtig, dass stets das Grundgerüst des Buchstabens intakt bleibt. Du kannst einzelne Balken verlängern oder verkürzen, sie z.B. an einem Ende dicker werden lassen und sie außerdem noch krümmen oder knicken wie in Figur 3 zu sehen. Am Ende kannst du noch Balken hinzufügen wie ich es weiter oben in Abbildung 2 Figur 3 getan habe. Solche Balken könnte man als Dekorationsbalken bezeichnen, da sie nur der Verschnörkelung dienen und nicht zum Hauptgerüst des Buchstabens gehören.

Auch bei Figur 4 aus der Abbildung 2 sieht man deutlich, dass ich etliche Dekorationsbalken hinzugefügt habe, aber das Grundgerüst nach wie vor intakt ist. Die einzelnen Balken haben sehr dynamische Schwünge bekommen, wie es in der Kalligraphie üblich ist. Beim Graffiti kommt es allerdings nicht auf die Lesbarkeit an, sondern nur auf die Ästhetik des Styles.

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Übertreibe es nicht gleich

Für den Anfang solltest du deine Buchstaben allerdings noch eher simpel halten. Ein verbreiteter Anfängerfehler ist es, gleich einen sogenannten Wildstyle, also sehr stark verfremdete Buchstaben zu versuchen. Wenn das Gefühl und Verständnis für das Grundgerüst der Buchstaben noch nicht ausreichend geübt wurde, wird ein zu stark verschnörkelter Buchstabe schnell misslingen. Taste dich also vorsichtig an einen aufwendigeren Style heran. Es gibt viele Beispiele für geniale Graffiti mit sehr simplen Styles.

Eine weitere Möglichkeit ist es die Hauptbalken des Buchstabens zu zerbrechen und in mehrere Stücke zu teilen wie in Abbildung 4 demonstriert.

Abbildung 4
Abbildung 4

Auch die Enden der Balken kann man auf verschiedene Weise verzieren. Abbildung 5 zeigt einige Beispiele.

Abbildung 5
Abbildung 5

Ein anderer typischer Stil im Graffiti ist der Bubble-Style. Hierfür macht man aus den Balken runde Würste, fast so als hätte man den Buchstaben aus einem langen Ballon geknotet.

Beispiel Bubble Style
Abbildung 6

Wenn du nun ein ganzes Wort schreiben möchtest, ist es wichtig darauf zu achten, dass jeder einzelne Buchstabe deines Graffiti für sich alleine gut aussieht. Eine super Technik zum üben ist es, jeden Buchstaben deines Wortes auf einem separaten Blatt unabhängig von den anderen zu entwerfen und am Ende alle Buchstaben auf einem neuen Blatt zusammenzufügen indem du sie erneut abzeichnest. Hierbei kannst du sie dann noch leicht verändern, damit sie besser aneinander passen. Für den Anfang solltest du darauf achten, dass der Stil aller Buchstaben der gleiche ist, um das Gesamtbild harmonisch wirken zu lassen.

Die Vollendung

Hast du deinen Buchstaben soweit fertig, dann kannst du darüber nachdenken, ihm Tiefe zu verleihen. Dies erreichst du klassischerweise mit einer der drei folgenden Methoden. Dem Schatten, dem parallelen Block oder dem Block mit Fluchtpunkt.

Abbildung 7
Abbildung 7

Am Ende deiner Zeichnung ziehst du die Konturen der Buchstaben, die man im Graffiti Outlines nennt, noch einmal deutlich nach und radierst anschließend vorsichtig alle überflüssigen Bleistiftstriche weg.

Graffiti buchstaben zeichnen
Abbildung 8

Da es in diesem Artikel hauptsächlich um die Form der Buchstaben gehen soll, gebe ich an dieser Stelle nur ein simples Beispiel zur Farbgebung. Die Farbgebung im Innern der Konturen des Buchstaben nennt man Fill-In. Die Basiselemente des Fill-In sind Farbverläufe und verschiedene Farbflächen. Hier kann man seiner Fantasie ziemlich freien Lauf lassen. Achte aber immer auf eine gewisse Stimmigkeit der Farben.

Beispiel Graffiti CanTwo
Abbildung 9

Da Beispiel in Abbildung 9 zeigt ein Piece des weltbekannten deutschen Künstlers CanTwo.

Auf den detaillierten Aufbau eines klassischen Graffiti-Styles gehe ich in einem weiteren Artikel ein.
Wenn du jetzt gleich richtig sprühen willst, dann kann ich dir diese Sprühdosen für Graffiti empfehlen, mit denen ich selber sehr gerne Male.

Wir geben übrigens auch Graffiti-Workshops für Jugendliche und Erwachsene. Anfragen kannst du über die Kontaktadressen stellen.

Wenn Du dich tiefer mit dem Thema auseinandersetzen möchtest, dann habe ich hier noch ein paar Buchtipps für dich:

 

 

 

 


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Graffiti Style 1

Graffiti lernen für Anfanger 3: Der Ehrenkodex

Unter Writern und Malern, ob legal oder illegal, gibt es einen Ehrenkodex, an den es sich zu halten gilt, wenn man respektiert werden will und sich nicht in Schwierigkeiten bringen möchte.

Die einzige Regel unter Graffiti-Malern lautet:

-Crosse (übermale) niemals ein Bild, das besser ist, als dein eigenes.

Das gilt ganz besonders für Anfänger. Gerade als Anfänger sollte man den erfahreneren Malern Respekt entgegen bringen und das tut man nicht, indem man ihre Bilder mit ein paar Probestrichen crosst.
Leider halten sich bei weitem nicht alle Maler daran, aber DU solltest dich daran halten, denn wenn du es nicht tust, dann komme ich nachts aus deiner Dose gekrochen und tatoowiere dir im Schlaf ein fettes „TOY“ auf die Stirn.
Aber Spaß bei Seite, ich lege dir ernsthaft ans Herz dich an den Ehrenkodex der Writer zu halten, denn was du nicht willst, das man dir tu…. Jeder ärgert sich wenn sein Bild gecrosst wurde, aber besonders schlimm ist es, wenn es mit einem schlechteren Bild gecrosst wurde. Du willst dir doch nicht gleich am Anfang deiner Sprüherkarriere Ärger einhandeln oder?

Also mein Tipp für jeden Anfänger, such dir immer ein schlechtes Bild, um drüber zu malen. Wenn an deiner lokalen Hall kein schlechtes Bild ist, dann such zumindest das am wenigsten gute oder das älteste Bild zum drüber malen aus. Es sei denn das älteste ist von irgendeinem Großmeister, einer lokalen oder sogar nationalen Legende und wird daher seit Jahren unangetastet gelassen, dann mal da bloß nicht drüber.
Wenn du keinen geeigneten Platz an der Wand findest, um deine ersten Sprühversuche durchzuführen, dann male lieber auf ein Brett oder so.  Übe erstmal ein bisschen woanders, bevor du ein fremdes Bild crosst.

Graffitiworkshop kinder üben

Graffiti lernen für Anfänger 2: Erste Schritte und Sprühtechnik

Heute lernst du sprühen. Im vorigen Artikel habe ich dir bereits die wichtigsten theoretischen Grundkenntnisse erklärt, in diesem Teil soll es nun aber um die Praxis gehen.

Übrigens: Die Sprayer oder Writer bezeichnen ein einzelnes Bild üblicherweise als Graffiti auch wenn es laut Wörterbuch und grammatikalisch korrekt eigentlich Graffito lauten müsste. Und zumindest in meinem Umfeld bezeichnen sich die Sprayer nie selbst als Sprayer sondern eher als Maler oder auch Writer. Den Begriff Sprayer benutzen meist nur Leute von außerhalb der Szene.

Wenn du noch nicht weißt, wo du deine Spühdosen besorgen sollst dann schau doch mal in diese Onlineshops rein: z.B. inflammable, overkill oder graffitilager.

Eine Wand finden

Zum Sprühen fehlt dir jetzt noch eine Fläche, auf der du dich austoben kannst. Entweder du kaufst dir eine Leinwand oder du nimmst eine grundierte Holzplatte. Für deine ersten Sprühversuche reicht ein beliebiges Brett, das du mit normaler Wandfarbe grundierst. Wenn du aber auf einer richtigen Wand sprühen möchtest, solltest du, um keine Straftat zu begehen, eine Wand finden, an der das Sprühen offiziell erlaubt ist. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Hier ist eine relativ umfangreiche Karte mit legalen Wänden.
www.legal-walls.net
Falls du dort und in Google nicht fündig wirst und du keinen Graffiti-Store in deiner Nähe hast, in dem du fragen kannst, dann ist eine Anlaufstelle, um nach legalen Graffiti-Wänden zu fragen die örtliche Polizei. Keine Angst, du fragst ja gerade weil du dich NICHT strafbar machen möchtest, man wird dich also nicht gleich in Handschellen abführen. Im Gegenteil, sie freuen sich, dass u es richtig machen willst.
Manchmal noch besser als die Polizei kennen sich auf diesem Gebiet die Erzieher in den Jugendzentren aus, also gehe einfach mal in das nächste Jugendzentrum und frage dort die Betreuer nach legalen Wänden. Viele Jugendzentren haben sogar eigene Wände, die für Graffiti freigegeben sind.
Wenn du über keine dieser Möglichkeiten eine Wand ausmachen kannst, dann bleibt dir nur die Option direkt zu den Eigentümern von Wänden zu gehen und sie um Erlaubnis zu fragen. Dies ist allerdings für einen Anfänger, der keinerlei Können vorzuweisen hat etwas unrealistisch. Falls du doch Glück hast, dann lass dir eine Erlaubnis aber immer schriftlich und unterschrieben geben, für den Fall, das doch mal die Polizei anrückt in dem Glauben du seist ein illegaler Schmierfink.

 

Geschüttelt, nicht gerührt.

Du hast eine Wand, deine Dosen und Caps und willst sprühen. Jetzt musst du als erstes gut schütteln. Nicht nur ein zwei Mal klacka klacka, Nein: Neue Dosen musst du wirklich gut schütteln. Je nachdem wie lange die Dosen gelagert wurden haben sich die einzelnen Komponenten des Farblösungsmittelgemisches mehr oder weniger voneinander getrennt. Wenn du nicht ausreichend schüttelst kann die Dose verstopfen und unbrauchbar werden, dies ist aber auch von Marke zu Marke unterschiedlich. Manchmal waren die Dosen so lange eingelagert, dass die Kugeln, die sich im Innern befinden um die Farbe beim schütteln zu mischen, am Boden festkleben. Solange du nicht ZWEI Kugeln Klackern hörst, hast du noch nicht genug geschüttelt. Nachdem du also mindestens 15 Sekunden mit dem Geräusch zweier Kugeln geschüttelt hast, ist es das Beste einmal mit einem Standard Cap oder Fat Cap die erste Farbe aus der Dose zu sprühen, da diese Caps weniger leicht verstopfen. Dafür richtest du die Dose einfach von dir weg ohne dabei irgendwo gegen zu sprühen.
Am Anfang kann es vorkommen, dass statt flüssiger Farbe erstmal eine dickere Paste aus der Dose kommt, welche das Cap oder sogar die Dose selbst verstopfen kann. Wenn diese Paste herauskommt und eine Art Schaum bildet, dann hast du nicht genug geschüttelt. Schüttel noch ein bisschen mehr und sprühe dann solange mit einem Standard-Cap in die Luft, bis kein Schaum mehr herauskommt, sondern ein sauberer Farbstrahl. Wenn du einen ersten Teststrich auf ein Stück Karton oder die Wand machst und die Farbe Bläschen bildet, als hätte man eine Brausetablette darin aufgelöst, dann hast du nicht genug geschüttelt.

Wenn dir doch mal eine Dose verstopft, dann ließ diesen Artikel!
Trick: Verstopfte Sprühdose? Das hilft!

 

Der erste Strich

Keine Angst, er beißt nicht. Sprüh einfach mal drauflos. Aber um schon beim ersten Strich eine positive Erfahrung zu haben solltest du deine Hand beim sprühen stets in Bewegung halten. Sobald du länger als einen Augenblick unbewegt auf die gleiche Stelle sprühst wird die Farbe an der Wand herunterlaufen, das nennt man drip, darum ist es am besten erst auf das Cap zu drücken, wenn deine Hand sich bewegt. Dies hängt allerdings auch von dem Abstand zwischen Wand und Cap ab. Für den Anfang solltest du einen Abstand von etwa 20 cm zwischen Wand und Cap einhalten, dabei kann wenig schiefgehen. Um exakte Linien zu sprühen halte das Cap möglichst dicht an die Wand, so dass die Dose etwa 30-45° zur Wand steht und der Rand der Sprühdose beinahe an der Wand entlang kratzt. Für feine Linien nimmst du natürlich ein Skinny Cap. Probiere einfach mal aus wie es ist ganz nah an der Wand zu sprühen und wenn du die Dose weiter weg hältst. Du kannst dich jetzt auch mal durch deine verschiedenen Caps durchprobieren, um die Unterschiede kennen zu lernen.

 

Flächen effektiv füllen

Um größere Flächen schnell zu füllen ist ein Standard oder Fat Cap das beste. Wegen des starken Sprühnebels bei diesen Caps ist es aber sinnvoll eine Fläche nicht ganz bis zum Rand mit dem Fat Cap auszumalen, weil sonst die benachbarte Fläche den Nebel der anderen Farbe abkriegt und erneut überarbeitet werden muss. Male also die Ränder einer jeden Fläche mit einem Skinny Cap aus. Ich ziehe immer eine doppelte Linie mit dem Skinny Cap und male dann die Mitte mit einem Standard oder Fat Cap aus. So bleiben die Ränder sauber und die Farbe verunreinigt nicht zu sehr die benachbarten Flächen. Man spart sich doppelte Arbeit.

 

Die Grundtechniken

An dieser Stelle geht es erst einmal nur um die klassische Technik des Sprühens, das Sprühen aus freier Hand, ohne Hilfsmittel wie Schablonen oder ähnlichem. Beim Malen(Sprühen) von freier Hand gibt es grundlegend zwei wichtige Techniken: cutten (vom englischen to cut, schneiden) und faden (vom englischen to fade, ausblenden, verblassen).

Beim Cutten übermalt man eine Linie mit einer zweiten, um so die erste zu verdünnen. Außerdem kann man so der runden Linie gerade ecken geben. Ein Strich aus der Sprühdose hat immer ein rundes Profil, um also saubere Ecken zu erzeugen muss man Teile des runden Profils mit einer anderen Farbe übermalen (abscheiden/cutten). Man braucht also immer eine Hintergrundfarbe um sauber malen zu können, da man diese nutzt um Fehler auszubessern.
EckenCuttenSprührichtung

 

Beim cutten kann die Richtung, in die man das Cap richtet, eine wichtige Rolle spielen, weil man durch die Richtung beeinflusst auf welcher Seite des Striches die harte und auf welcher Seite die weiche Kante ist.

 

Faden ist das Ausblenden einer Farbe, oder das Erzeugen eines weichen Farbverlaufes von einer Farbe zur nächsten. Diesen Effekt erzielt man, indem man die Dose weiter von der Wand weg hält, so dass kein gebündelter Farbstrahl mehr auf der Oberfläche ankommt. Je deckender die Farbe sein soll, desto näher hält man die Dose zur Wand.
fadenBeim ausfaden bewegt man die Dose von deckend zu nicht deckend, also von der Wand weg. Dabei richtet man das Cap von der deckenden Fläche in die Richtung, in der die Farbe verblassen soll.

Richtig interessant wird es, wenn man beide Techniken miteinander kombiniert. So kann man einen weichen Verlauf seitlich sauber abschneiden oder eine saubere Linie leicht ausblenden.

 

Ein Bild umsetzen

Wenn du nicht nur ein bisschen probekritzeln möchtest, dann hast du dir idealerweise eine Skizze mitgebracht, die du auf die Wand übertragen möchtest. An dieser Stelle setze ich voraus, dass du bereits einigermaßen zeichnen kannst. Wenn du klassisches Graffiti-Writing, also Buchstaben-Graffiti lernen möchtest, dann findest hier einen Artikel darüber.
Um ein Bild oder eine Skizze vom Papier auf die Wand zu übertragen ist es sinnvoll zuerst mit einer hellen Farbe, die leicht zu überdecken ist, die Proportionen vorzuzeichnen. Hierzu nimmst du am besten ein Skinny Cap. Wenn du an diesen ersten Strichen starke Korrekturen vornehmen willst, dann mach das am besten mit einer anderen Farbe, damit du später noch weißt, welcher der korrekte Strich ist und nicht durcheinanderkommst.

Das übliche Vorgehen bei einem Graffiti, genau wie bei fast jeder Malerei ist: Proportionen vorzeichnen, Flächen ausfüllen, Details bearbeiten.

Um ein besonders sauberes Bild hinzubekommen ist es allgemein von Vorteil, wenigstens bei dem Füllen größerer Flächen, sich von Oben nach Unten durchzuarbeiten, da so die Farbspritzer, die von oben herunterfallen nicht in einen schon ausgearbeiteten Bereich des Bildes darunter fallen, der dann erneut überarbeitet werden müsste.

Beim klassischen Style-Writing füllt man erst alle Flächen aus und zieht fast zum Schluss die Konturen, die sogenannten Outlines, des Bildes. Wenn man die Outlines zieht, bevor man alle Flächen gefüllt hat, kann es leicht passieren, dass man die Outline wieder übermalt und somit nacharbeiten muss.

Jetzt kennst du die grundlegenden Techniken in der Theorie, geh raus und übe, aber bitte LEGAL!
Wenn du noch die richtigen Materialien suchst, findest du sie zum Beispiel hier. Was du im Detail brauchst habe ich bereits im Artikel Grundlagen beschrieben.

Wir geben übrigens auch Graffiti-Workshops für Jugendliche und Erwachsene. Anfragen kannst du über die Kontaktadressen stellen.

Geeigntete Literatur zum Thema gibts hier: