Schlagwort: graffiti selber machen

Graffiti auf Schrank

Graffiti für Anfänger 7: Outlines ziehen

Mit den Outlines kann ein ansonsten gutes Piece in die Bedeutungslosigkeit fallen oder ein simples Piece herausragen. An den Outlines kann man oft erkennen, ob ein Writer ein Frischling oder ein Könner ist. Für viele Graffitianfänger ist das schwierigste beim Sprühen das Ziehen der Outlines und bei dem Gedanken über ein zufriedenstellendes Bild Linien drüber zu malen, die das ganze Bild versauen könnten, wird so manch Einer recht nervös. Um deine Outlines zu verbessern habe ich daher hier ein paar Tipps zusammengestellt.

Das Cap
Die Wahl des richtigen Caps ist essentiell für gute Outlines. Am besten ist natürlich ein Skinny Cap, doch auch hier gibt es Unterschiede. Suche dir ein Cap mit sauberer Kante und niedrigem Druck.

Die Dose
Auch mit der Dose kann man den Erfolg der Outlines unterstützen. Um es dir leichter zu machen die Outlines sauber zu ziehen wähle am besten eine Low Pressure Dose. Noch besser ist es, wenn du eine Dose benutzt, die schon weniger als halbvoll ist. Dadurch hat sie noch geringeren Druck und erleichtert dir das ziehen der Outlines noch etwas mehr. Low Pressure Dosen sind z.B. Molotow Premium, Montana Gold oder mtn 94

Die Technik
Am wichtigsten ist natürlich die Technik, aber was ist die richtige Technik für saubere Outlines?

  • Zuerst einmal solltest du die Outlines in kurze Abschnitte unterteilen, die du jeweils in einer fließenden Bewegung ohne Unterbrechung ziehen kannst.
  • Benutze beim Malen deinen gesamten Körper: Bleib nicht steif, sondern bewege deinen ganzen Körper mit. Besonders bei großen Bögen hast du so mehr Bewegungsfreiraum. Schulter und Ellenbogen sollten sich natürlich frei bewegen können.
  • Für ungeübte Writer ist es sehr hilfreich die Outlines Stück für Stück einzuüben. Dafür fährst du jeden Abschnitt vor dem sprühen mehrfach mit der Dose hin und her ohne zu sprühen, um den Verlauf der Linie zu üben. Sobald du dich sicher fühlst und meinst die Linie zu treffen drückst du aufs Cap und sprühst den Abschnitt.
  • Dickere Outlines. Male die Outlines von der Stärke von eineinhalb bis zwei Strichen, so hast du etwas Spielraum, um Fehler auszubessern. Ein sehr geübter Writer schafft es natürlich gute Outlines von einer einzigen Strichstärke zu malen, aber dafür ist eben viel Übung nötig.
  • Üben, üben, üben!

Wenn du wirklich gut werden möchtest, dann solltest du versuchen einmal pro Woche ein kleines Piece an deiner örtlichen Hall of Fame (legalen Wand) zu malen. Wenn du bei gutem Wetter an eine beliebte Hall gehst, dann kannst du hier manchmal nette Kollegen treffen, die bereit sind, ein paar Tipps mit dir zu teilen.

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Keep spraying! Viel Spaß beim Sprühen!

LennArt

Für Anfänger empfehle ich dieses Buch:


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Graffiti Handwerkszeug

Graffiti für Anfänger 6: Das Handwerkszeug

Als Anfänger, der sein Können etwas vertiefen möchte, fragt sich der Eine oder Andere vielleicht was außer Sprühdosen und Caps eigentlich noch in den „Werkzeugkoffer“ eines Sprayers gehört. Um diese Frage zu beantworten habe ich hier eine umfangreiche Liste zusammengestellt von allem, was ein gut ausgestatteter Graffitikünstler haben sollte. Die folgende Liste kann natürlich auch als Orientierung für Geschenkideen dienen, wenn Du dich fragst, was Du einem Graffitibegeisterten schenken kannst.

Für eine bessere Übersicht habe ich die Liste einfach mal in drei Bereiche unterteilt. Viele der hier genannten Gegenstände bekommt man in Graffiti Stores, im Internet z.B. bei inflammable oder overkill und auf amazon, oder in Baumärkten.

Dies ist einer reine Auflistung, in späteren Artikeln werde ich darauf eingehen, wozu und wie man die einzelnen Gegenstände einsetzt.

Die grundlegenden Utensilien eines Sprühers oder Writers

Zum Sprühen:

  • Sprühdosen (mehr darüber hier)
  • Caps (Sprühköpfe)
  • Acrylmarker (z.B. Molotow Marker)
  • Wandfarbe
  • Farbrolle
  • Pinsel
  • Malerkrepp
  • Zeitungspapier
  • Leinwände
  • Staffelei
  • Bastellskalpell (zum schneiden von Schablonen)
  • Schneideunterlage
  • Gummi- oder Latexhandschuhe
  • Atemmaske mit Partikel- und Gasfiltern
  • Arbeitskleidung (die dreckig werden darf)
  • Nagellackentferner oder Aceton zum entfernen von Farbresten

Zum Zeichnen zuhause:

  • Bleistifte
  • Blackbook (so nennen die Writer ihr Skizzenbuch)
  • Zeichen- oder Druckerpapier
  • Marker auf Wasser- oder Alkoholbasis (z.B. Stylefile Marker)
  • Aquarellstiffte
  • Aquarellpinsell
  • Kalligraphiestifte oder Marker
  • Fineliner
  • Filzstifte

Für den Fortgeschrittenen oder Profi:

  • Dosengürtel (Molotow Can Belt)
  • Schere und Kartonstücke
  • Malervlies
  • Plastikfolie
  • Meterstab oder Maßband
  • Wasserwaage
  • Teleskopstange für Farbrollen
  • Schleifpapier oder Schleifmaschine
  • Verschiedene Grundierungen
  • Lappen zum reinigen der Oberflächen
  • Winkel
  • Bindfaden (als großer Zirkel auf einer Wand)
  • Trittleiter
  • Overheadprojektor oder Beamer mit Laptop
  • Stancil Cutter oder evtl. sogar besser Lötkolben mit feiner Spitze
  • Schablonenfolien (Mylarfolie)
  • Einen Werkstatttacker
  • Hammer und Nägel
  • Rahmenleisten zum bauen von Keilrahmen
  • Leinwandstoff auf der Rolle

 

Das ist meine Liste der wichtigsten Werkzeuge eines Graffitisprayers.
Viel Spaß beim Spühen!
Lennart


 

Graffiti lernen für Anfänger 5: Bestandteile eines Styles

In diesem Artikel werde ich die grundlegenden Elemente eines klassischen Graffiti Style auflisten und beschreiben, um dem Anfänger einen Überblick und mehr Verständnis über diese Materie zu verschaffen.

Jeder klassische Style setzt sich meist aus den immer gleichen Grundbausteinen zusammen, welche diese sind erfährst du hier.

Graffiti Style OutlineOutline

Das wichtigste Element eines Styles ist und bleibt die Outline, als die Kontur. Man könnte alles andere entfernen, aber solange die Outline bleibt ist der Style erkennbar.
Die Outline ist die Kontur eines jeden Buchstabens und ist meistens nur einfache bis maximal zweifache Strichbreite dick. Beim Sprühen würde man die Outline fast zum Schluss ziehen, da diese besonders sauber und ordentlich sein soll und nicht von anderen Farben überdeckt oder angeschnitten sein darf. Für viele ungeübte Writer ist dies das schwierigste am ganzen Bild, da man sich hier die wenigsten Fehler erlauben kann. Natürlich zeichnet man zu Beginn des Bildes schon die Proportionen des Styles an die Wand. Dies tut man jedoch nur skizzenartig und meist mit den Farben, mit denen man später die Buchstaben ausfüllt. Die letztendliche Outline sprüht man kurz vor Schluss des Bildes.

 

 


Fill-In

Die Farben im Innern der Konturen nennt man Fill-In, also die Füllung des Buchstaben. Sie setzen sich häufig aus Farbverläufen (Fadings) und simpel geformten Flächen zusammen. Hier kann man so ziemlich machen was man will, wichtig ist nur auf eine gewisse Stimmigkeit der Farben zu achten. Beim Sprühen eines Style würde man das Fill-In entweder als erstes oder gleich nach dem Hintergrund sprühen.

 

 

 

 


Background

Wie die anderen Elemente wird auch der Hintergrund häufig auf englisch benannt. Ein Hintergrund kann komplett einfarbig, abstrakt oder auch eine ganze Landschaft sein. Es ist Sinnvoll den Hintergrund als erstes zu sprühen und diesen, genau wie den Rest des Bildes, vorwiegend von oben nach unten zu arbeiten. Beliebte Element im Background sind Pfeile oder Bubbles.

 

 

 

 

 


Block oder 3D Block

Der Block soll dem Buchstaben Tiefe geben. Er wird meistens in einem Schritt bzw. gleich nach der Fill-In gemalt. Man kann den Block parallel verlaufen lassen, also alle Kanten in die gleiche Richtung ziehen, oder perspektivisch mit einem Fluchtpunkt. Die Alternative zum Block ist der Schatten.

 

 

 

 

 


Second Outline

Die Kontur um die Kontur. Diese zieht man für gewöhnlich um den kompletten Style herum, ohne dabei die in die Buchstaben einzudringen. Die Second Outline oder einfach nur Second dient dazu einen Kontrast zwischen Style und Background zu schaffen. Der Style soll sich klar vom Background abheben. Meistens ist die Second etwas breiter als die Outline, dadurch ist die leichter zu sprühen und kann auch dazu dienen Fehler in der Outline zu korrigieren.

 

 

 

 

 


Graffiti Beispiel Highlights

Highlights

Die Highlights sind für gewöhnlich das letzte I-Tüpfelchen am Bild. Für den Writer ist es auch eine Art Belohnung für den fertigen Style. Es sind die Lichtreflexe einer gedachten Lichtquelle, die den Style ausleuchtet. Daher setzt man sie einer gewissen Logik folgend. Für gewöhnlich denkt man sich nur eine Lichtquelle und überlegt dementsprechend wo die Lichtreflexe auf den Style gesetzt werden müssen. Es sind weiße oder sehr helle Striche oder Punkte, häufig mit einem gefadeten Schein drumherum und dem klassischen „Glanzstern“, der einen Lichtreflex (Flare) wie in einer Kameralinse darstellen soll.

 

Das sind die wesentlichen Bestandteile eines klassischen Graffiti Styles. Ich hoffe du hast etwas gelernt.
Viel Spaß beim Sprühen
Lennart

Noch ein Buchtipp für Graffitineulinge:


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Innenraum Graffiti Büro Style

Kurzanleitung: Graffiti Buchstaben zeichnen Schritt für Schritt

Zeichnest Du gern und hast dich schon immer gefragt, wie man Graffiti Buchstaben richtig zeichnet?

Für alle Einsteiger, die sich auf die Schnelle einen Überblick darüber verschaffen wollen, wie man Buchstaben im Graffiti Stil zeichnet habe ich hier eine Schritt für Schritt Anleitung auf das Wesentliche reduziert.

Los geht’s!
Die ersten 2 Schritte dienen eher dem Verständnis und müssen nicht zwangsläufig auf dem Papier durchgeführt werden. Du kannst diese auch im Kopf durchführen und mit Schritt 3 anfangen.

Schritt 1:

Überlege dir welchen Buchstaben du zeichnen möchtest und zeichne diesen wie einen gewöhnlichen Druckbuchstaben. Achte dabei darauf aus wie vielen Linien der Buchstabe besteht. In meinem Beispiel besteht das R aus insgesamt 3 Linien, 2 geraden und einem Bogen. Ein E besteht aus 4 geraden Linien, ein O aus nur einer Linie, nämlich einem geschlossenen Kreis.

Schritt 2:

Dies ist der wichtigste Schritt. Ersetze jetzt jede Linie deines Ausgangsbuchstabens durch einen „Balken“. Balken können genau wie Linien auch um die Kurve verlaufen. Zeichne also um jede Linie einen Balken herum. Wenn du das geschafft hast steht das Grundgerüst deines Buchstabens.

Graffiti Buchstaben zeichen Schritt für Schritt 1
Schritt 1 – 3
Schritt 3:

Wenn man einmal weiß wie Schritt 1 und 2 funktionieren fängt man eigentlich erst bei diesem Schritt an. Zeichne nun noch einmal mit einem Bleistift deinen Buchstaben, aber diesmal nur aus den Balken, ohne den Druckbuchstaben im Innern.

Schritt 4:

Nimm nun einen Filzstift zur Hand und zeichne die äußeren Konturen des Buchstabens nach. Lasse dabei die Stellen aus, an denen sich die Balken überschneiden. Diese Kontur nennt man im Graffiti die Outline.

Schritt 5:

Nun fügen wir Tiefe hinzu. Dazu tun wir so, als ob wir den Buchstaben schräg oder seitlich versetzen. Zeichne dafür von den Ecken des Buchstabens kurze gleichlange Linien, welche alle in die selbe Richtung verlaufen. Tu dies nur für die Ecken, an denen die neue Linie nicht innerhalb des Buchstabens verläuft. Anschließend verbindest du diese kurzen Versetzungslinien. Die so entstehenden Konturen müssten parallel zu den vorhandenen Konturen des Buchstabens verlaufen. Der Buchstabe sollte nun aussehen, als hätte er Tiefe. Wie als hätte man ihn aus einem Holzbrett herausgeschnitten. Diese Tiefe nennt man im Graffiti den 3D Block oder nur Block.

Graffiti Buchstaben zeichen Schritt für Schritt 2
Schritt 4 – 6
Schritt 6:

Male den Buchstaben bunt aus. Die bunte Farbe im Innern der Konturen des Buchstabens nennt man im Graffiti das Fillin. Hier kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Übliche Elemente sind z.B. Farbverläufe, geometrische Formen oder andere Farbfläche wie Kreise, Rechtecke usw.
In meinem Beispiel kannst du sehen, wie ich die Tiefe des 3D Blocks noch zusätzlich mit einigen Linien herausgehoben habe, die parallel zum Block verlaufen. Die weißen Linien im Block und im Fillin sollen adeuten, dass der Buchstabe von einer Lichtquelle angeleuchtet wird. Diese meist weißen Details nennt man Highlights.

Zum Schluss kannst du noch mit einer knalligen Farbe eine zweite Kontur um den gesamten Buchstaben samt Block zeichnen. Diese wird Second Outline genannt. Und Anschließend fügst du einen Hintergrund hinzu.

Nun ist dein Graffiti Buchstabe fertig.


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Online Shops für Graffiti-Spraydosen und Alles, was dazu gehört sind z.B. inflammable, overkill oder graffitilager.

Wenn du es ganz genau wissen willst, dann ließ doch meinen detalierteren Artikel zu diesem Thema , indem ich noch mehr auf den Ursprung und die Logik von Graffiti eingehe.

Viel Spaß beim Zeichnen.
Lennart

Ein Buchtipp:

Wo kauft man Graffiti-Spraydosen?

Sprühdosen für Graffiti kaufen, Tipps für Anfänger.

Wer mit Graffiti anfangen möchte und nicht weiß welche Sprühdosen dafür geeignet sind oder wo man sie kauft, für den habe ich hier eine kurze Zusammenfassung zum Thema Graffiti-Spraydosen kaufen.

Heutzutage kauft man Farbsprühdosen für Graffiti, oder allgemeiner Sprühdosen für künstlerische Anwendungen, schon lange nicht mehr im Baumarkt. Das waren die 1980er und 90er Jahre. Graffiti hat sich seit dem extrem weiter entwickelt und damit auch die Sprühdosen. Heute gibt es für alle möglichen Ansprüche die richtige Dose. Diese werden längst gezielt für Graffiti hergestellt und dementsprechend auch genau für diesen Zweck und die entsprechende Zielgruppe verkauft.

 

Wo kauft man also Sprühdosen?

Grundlegend gibt es da drei Möglichkeiten:

 

1. Im Graffiti- oder Hiphop Store.

Mittlerweile gibt es schon in vielen größeren Städten spezielle Läden, welche sich auf die Hiphopkultur spezialisiert haben. Neben Kleidung, Mützen und Sneakers haben nicht wenige dieser Läden auch ein Angebot an Graffiti-Sprühdosen.

 

2. In Läden für Künstlerbedarf.

Dank der positiven Entwicklung von Graffiti ist es inzwischen auch in der Kunstszene immer weiter verbreitet mit Sprühfarben zu arbeiten. Dieser Entwicklung passen sich auch die Händler für Künstlerbedarf an, weswegen man in einigen Läden neben dem klassischen Angebot an Mal- und Zeichenwerkzeug auch immer häufiger eine kleine Auswahl an Graffiti-Sprühdosen und entsprechendem Zubehör findet.

 

3. Im Internet

Gibt es noch irgendetwas, das man heutzutage nicht im Internet kaufen kann? Auch das Handwerkszeug einer Sprayers kann man online einkaufen und sich bequem nach Hause liefern lassen. Online Shops für Graffiti-Spraydosen sind z.B. graffitilager, overkill, Inflammable oder sogar Amazon.

Graffiti Sprühdosen

Welche sind die richtigen Dosen?
Einige der hierzulande beliebtesten Marken heißen Montana, Molotow, mtn, Kobra, Ironlak oder Loop. Allgemein unterteilen sich die Sprühdosen in high- und low pressure Dosen, also Hoch- und Niedrigdruckdosen. Je höher der Druck in der Dose, desto gröber die Striche. Wer schnell viel Fläche ausmalen möchte oder generell auf großer Fläche arbeitet, der ist mit high pressure besser bedient. Low pressure sind eher für feinere Arbeiten wie z.B. Arbeiten auf Leinwand oder allgemein Fotorealismus. Ich persönlich benutze am liebsten die Sprühdosen der deutschen Qualitätsmarke Montana. Hier gibt es eines der umfangreichsten Angebote. Neben den normalen Farbsprays gibt es zum Beispiel Grundierung, Reinigungsspray, Reisslack oder Lack mit Marmoreffekt und sogar Kreidespray. Zum ganz normalen sprühen auf Wand oder Fassade eignen sich von Montana am besten die Dosen der Black Serie. Darüber hinaus gibt es die Montana Gold, mit besonders geringem Druck für feineres Arbeiten und flexiblerem Lack der sich z.B. besser für Arbeiten auf Leinwand eignet, die z.B. für den Transport gerollt werden muss.
Eine weitere der beliebtesten Spraydosen, vielleicht sogar die weltweit meistgenutzte, ist die Molotow Belton Premium. Dies ist die Marke mit der größten Farbpalette und eine sehr gute Dose sowohl für große, als auch für feine Arbeiten. Was mir an dieser Dose allerdings nicht gefällt, ist der hohe Druckpunkt. Man muss wesentlich mehr Kraft aufwänden, um zu sprühen. Daher finde ich die Arbeit mit Montana wesentlich angenehmer.

 

sprühköpfe Caps

Für den absoluten Sprühanfänger sei noch gesagt, dass man zum Sprühen nicht einfach nur eine Sprühdose braucht. Besonders für Anfänger ist es wichtig auch ein paar extra Sprühköpfe, genannt Caps, zu kaufen. Wenn man eine Sprühdose kauft, dann ist auf dieser immer ein Standard Cap drauf. Gerade als Anfänger ist es aber schwer mit einem Standard Cap anständig zu sprühen. Die Standard Caps sind von Marke zu Marke verschieden, aber für gewöhnlich hat ein Standart Cap einen zu hohen Druck für den Anfänger. Der Anfänger sollte sich am besten ein paar Skinny Caps dazu kaufen. Diese haben einen niedrigeren Druck und geringere Farbmenge.


Was kosten Graffiti-Sprühdosen?
Eine normale 400 ml Farbspraydose zum sprühen von Graffiti kostet meist zwischen 3,60 € und 4,00 €. Zusätzliche Caps kosten zwischen 15 und 40 Cent.

Jetzt weißt du welche Dosen du brauchst und wo du sie bekommst.
Hier noch ein Buchtipp für Graffitianfänger:

Viel Spaß beim Sprühen
Lennart


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Graffiti Workshop Kindergeburtstag 2

Graffiti Workshop auf einem Kindergeburtstag

Am 1. April (und das ist kein Scherz) feierte Benni aus Hamburg seinen 9. Geburtstag mit Atemschutzmaske und Maleranzug. Da es ihm Graffiti angetan hatte, engagierte mich seine Mutter als professionellen Graffiti Künstler für die Feier. Mit 10 Kindern zwischen 7 und 12 machte ich also einen dreistündigen Graffiti Workshop bei Benni zuhause im Garten.

Nachdem sich alle ihre Schutzkleidung angezogen hatten, wies ich die Kinder in den Umgang mit der Sprühdose ein. Anschließend ging es an die Dosen. Zuerst probierten sich alle an ein paar alten Kartons aus, um ein Gefühl für dieses neue Medium zu bekommen. Dann, nach einer zweiten Einweisung, durften die Kinder auch schon an die Leinwände ran. Hierzu packte ich noch ein paar vorbereitete Schablonen aus, welche bei den kleinen Sprayern sehr gut ankamen.
Nun wurde eifrig gesprüht. Ich half hier und da mit ein paar Handgriffen aus und gab immer wieder kleine Tipps.  Das Geburtstagskind bat mich darum eine Übung aus einem Graffitilehrbuch mit ihm zu machen, das er ebenfalls zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Im letzten Teil des Kurses zeigte ich dann noch an einer besonders großen Schablone, wie man es richtig professionell macht. Dies konnten die Kinder dann noch mal nachmachen.
Zum Schluss hatten Alle etwas gelernt und jedes Kind mindestens ein Bild fertig gesprüht, das es mit nach Hause nehmen konnte.

 

Viel Spaß beim Sprühen,
Lennart

 


 

Graffitiworkshop kinder üben

Graffiti lernen für Anfänger 2: Erste Schritte und Sprühtechnik

Heute lernst du sprühen. Im vorigen Artikel habe ich dir bereits die wichtigsten theoretischen Grundkenntnisse erklärt, in diesem Teil soll es nun aber um die Praxis gehen.

Übrigens: Die Sprayer oder Writer bezeichnen ein einzelnes Bild üblicherweise als Graffiti auch wenn es laut Wörterbuch und grammatikalisch korrekt eigentlich Graffito lauten müsste. Und zumindest in meinem Umfeld bezeichnen sich die Sprayer nie selbst als Sprayer sondern eher als Maler oder auch Writer. Den Begriff Sprayer benutzen meist nur Leute von außerhalb der Szene.

Wenn du noch nicht weißt, wo du deine Spühdosen besorgen sollst dann schau doch mal in diese Onlineshops rein: z.B. inflammable, overkill oder graffitilager.

Eine Wand finden

Zum Sprühen fehlt dir jetzt noch eine Fläche, auf der du dich austoben kannst. Entweder du kaufst dir eine Leinwand oder du nimmst eine grundierte Holzplatte. Für deine ersten Sprühversuche reicht ein beliebiges Brett, das du mit normaler Wandfarbe grundierst. Wenn du aber auf einer richtigen Wand sprühen möchtest, solltest du, um keine Straftat zu begehen, eine Wand finden, an der das Sprühen offiziell erlaubt ist. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Hier ist eine relativ umfangreiche Karte mit legalen Wänden.
www.legal-walls.net
Falls du dort und in Google nicht fündig wirst und du keinen Graffiti-Store in deiner Nähe hast, in dem du fragen kannst, dann ist eine Anlaufstelle, um nach legalen Graffiti-Wänden zu fragen die örtliche Polizei. Keine Angst, du fragst ja gerade weil du dich NICHT strafbar machen möchtest, man wird dich also nicht gleich in Handschellen abführen. Im Gegenteil, sie freuen sich, dass u es richtig machen willst.
Manchmal noch besser als die Polizei kennen sich auf diesem Gebiet die Erzieher in den Jugendzentren aus, also gehe einfach mal in das nächste Jugendzentrum und frage dort die Betreuer nach legalen Wänden. Viele Jugendzentren haben sogar eigene Wände, die für Graffiti freigegeben sind.
Wenn du über keine dieser Möglichkeiten eine Wand ausmachen kannst, dann bleibt dir nur die Option direkt zu den Eigentümern von Wänden zu gehen und sie um Erlaubnis zu fragen. Dies ist allerdings für einen Anfänger, der keinerlei Können vorzuweisen hat etwas unrealistisch. Falls du doch Glück hast, dann lass dir eine Erlaubnis aber immer schriftlich und unterschrieben geben, für den Fall, das doch mal die Polizei anrückt in dem Glauben du seist ein illegaler Schmierfink.

 

Geschüttelt, nicht gerührt.

Du hast eine Wand, deine Dosen und Caps und willst sprühen. Jetzt musst du als erstes gut schütteln. Nicht nur ein zwei Mal klacka klacka, Nein: Neue Dosen musst du wirklich gut schütteln. Je nachdem wie lange die Dosen gelagert wurden haben sich die einzelnen Komponenten des Farblösungsmittelgemisches mehr oder weniger voneinander getrennt. Wenn du nicht ausreichend schüttelst kann die Dose verstopfen und unbrauchbar werden, dies ist aber auch von Marke zu Marke unterschiedlich. Manchmal waren die Dosen so lange eingelagert, dass die Kugeln, die sich im Innern befinden um die Farbe beim schütteln zu mischen, am Boden festkleben. Solange du nicht ZWEI Kugeln Klackern hörst, hast du noch nicht genug geschüttelt. Nachdem du also mindestens 15 Sekunden mit dem Geräusch zweier Kugeln geschüttelt hast, ist es das Beste einmal mit einem Standard Cap oder Fat Cap die erste Farbe aus der Dose zu sprühen, da diese Caps weniger leicht verstopfen. Dafür richtest du die Dose einfach von dir weg ohne dabei irgendwo gegen zu sprühen.
Am Anfang kann es vorkommen, dass statt flüssiger Farbe erstmal eine dickere Paste aus der Dose kommt, welche das Cap oder sogar die Dose selbst verstopfen kann. Wenn diese Paste herauskommt und eine Art Schaum bildet, dann hast du nicht genug geschüttelt. Schüttel noch ein bisschen mehr und sprühe dann solange mit einem Standard-Cap in die Luft, bis kein Schaum mehr herauskommt, sondern ein sauberer Farbstrahl. Wenn du einen ersten Teststrich auf ein Stück Karton oder die Wand machst und die Farbe Bläschen bildet, als hätte man eine Brausetablette darin aufgelöst, dann hast du nicht genug geschüttelt.

Wenn dir doch mal eine Dose verstopft, dann ließ diesen Artikel!
Trick: Verstopfte Sprühdose? Das hilft!

 

Der erste Strich

Keine Angst, er beißt nicht. Sprüh einfach mal drauflos. Aber um schon beim ersten Strich eine positive Erfahrung zu haben solltest du deine Hand beim sprühen stets in Bewegung halten. Sobald du länger als einen Augenblick unbewegt auf die gleiche Stelle sprühst wird die Farbe an der Wand herunterlaufen, das nennt man drip, darum ist es am besten erst auf das Cap zu drücken, wenn deine Hand sich bewegt. Dies hängt allerdings auch von dem Abstand zwischen Wand und Cap ab. Für den Anfang solltest du einen Abstand von etwa 20 cm zwischen Wand und Cap einhalten, dabei kann wenig schiefgehen. Um exakte Linien zu sprühen halte das Cap möglichst dicht an die Wand, so dass die Dose etwa 30-45° zur Wand steht und der Rand der Sprühdose beinahe an der Wand entlang kratzt. Für feine Linien nimmst du natürlich ein Skinny Cap. Probiere einfach mal aus wie es ist ganz nah an der Wand zu sprühen und wenn du die Dose weiter weg hältst. Du kannst dich jetzt auch mal durch deine verschiedenen Caps durchprobieren, um die Unterschiede kennen zu lernen.

 

Flächen effektiv füllen

Um größere Flächen schnell zu füllen ist ein Standard oder Fat Cap das beste. Wegen des starken Sprühnebels bei diesen Caps ist es aber sinnvoll eine Fläche nicht ganz bis zum Rand mit dem Fat Cap auszumalen, weil sonst die benachbarte Fläche den Nebel der anderen Farbe abkriegt und erneut überarbeitet werden muss. Male also die Ränder einer jeden Fläche mit einem Skinny Cap aus. Ich ziehe immer eine doppelte Linie mit dem Skinny Cap und male dann die Mitte mit einem Standard oder Fat Cap aus. So bleiben die Ränder sauber und die Farbe verunreinigt nicht zu sehr die benachbarten Flächen. Man spart sich doppelte Arbeit.

 

Die Grundtechniken

An dieser Stelle geht es erst einmal nur um die klassische Technik des Sprühens, das Sprühen aus freier Hand, ohne Hilfsmittel wie Schablonen oder ähnlichem. Beim Malen(Sprühen) von freier Hand gibt es grundlegend zwei wichtige Techniken: cutten (vom englischen to cut, schneiden) und faden (vom englischen to fade, ausblenden, verblassen).

Beim Cutten übermalt man eine Linie mit einer zweiten, um so die erste zu verdünnen. Außerdem kann man so der runden Linie gerade ecken geben. Ein Strich aus der Sprühdose hat immer ein rundes Profil, um also saubere Ecken zu erzeugen muss man Teile des runden Profils mit einer anderen Farbe übermalen (abscheiden/cutten). Man braucht also immer eine Hintergrundfarbe um sauber malen zu können, da man diese nutzt um Fehler auszubessern.
EckenCuttenSprührichtung

 

Beim cutten kann die Richtung, in die man das Cap richtet, eine wichtige Rolle spielen, weil man durch die Richtung beeinflusst auf welcher Seite des Striches die harte und auf welcher Seite die weiche Kante ist.

 

Faden ist das Ausblenden einer Farbe, oder das Erzeugen eines weichen Farbverlaufes von einer Farbe zur nächsten. Diesen Effekt erzielt man, indem man die Dose weiter von der Wand weg hält, so dass kein gebündelter Farbstrahl mehr auf der Oberfläche ankommt. Je deckender die Farbe sein soll, desto näher hält man die Dose zur Wand.
fadenBeim ausfaden bewegt man die Dose von deckend zu nicht deckend, also von der Wand weg. Dabei richtet man das Cap von der deckenden Fläche in die Richtung, in der die Farbe verblassen soll.

Richtig interessant wird es, wenn man beide Techniken miteinander kombiniert. So kann man einen weichen Verlauf seitlich sauber abschneiden oder eine saubere Linie leicht ausblenden.

 

Ein Bild umsetzen

Wenn du nicht nur ein bisschen probekritzeln möchtest, dann hast du dir idealerweise eine Skizze mitgebracht, die du auf die Wand übertragen möchtest. An dieser Stelle setze ich voraus, dass du bereits einigermaßen zeichnen kannst. Wenn du klassisches Graffiti-Writing, also Buchstaben-Graffiti lernen möchtest, dann findest hier einen Artikel darüber.
Um ein Bild oder eine Skizze vom Papier auf die Wand zu übertragen ist es sinnvoll zuerst mit einer hellen Farbe, die leicht zu überdecken ist, die Proportionen vorzuzeichnen. Hierzu nimmst du am besten ein Skinny Cap. Wenn du an diesen ersten Strichen starke Korrekturen vornehmen willst, dann mach das am besten mit einer anderen Farbe, damit du später noch weißt, welcher der korrekte Strich ist und nicht durcheinanderkommst.

Das übliche Vorgehen bei einem Graffiti, genau wie bei fast jeder Malerei ist: Proportionen vorzeichnen, Flächen ausfüllen, Details bearbeiten.

Um ein besonders sauberes Bild hinzubekommen ist es allgemein von Vorteil, wenigstens bei dem Füllen größerer Flächen, sich von Oben nach Unten durchzuarbeiten, da so die Farbspritzer, die von oben herunterfallen nicht in einen schon ausgearbeiteten Bereich des Bildes darunter fallen, der dann erneut überarbeitet werden müsste.

Beim klassischen Style-Writing füllt man erst alle Flächen aus und zieht fast zum Schluss die Konturen, die sogenannten Outlines, des Bildes. Wenn man die Outlines zieht, bevor man alle Flächen gefüllt hat, kann es leicht passieren, dass man die Outline wieder übermalt und somit nacharbeiten muss.

Jetzt kennst du die grundlegenden Techniken in der Theorie, geh raus und übe, aber bitte LEGAL!
Wenn du noch die richtigen Materialien suchst, findest du sie zum Beispiel hier. Was du im Detail brauchst habe ich bereits im Artikel Grundlagen beschrieben.

Wir geben übrigens auch Graffiti-Workshops für Jugendliche und Erwachsene. Anfragen kannst du über die Kontaktadressen stellen.

Geeigntete Literatur zum Thema gibts hier:

Graffiti Mops_vorzeichnen

Graffiti lernen für Anfänger 1: Die Grundlagen

Wenn du dich für Graffiti interessierst und den richtigen Umgang mit der Sprühdose lernen möchtest, dann bist du hier richtig. Zuerst gebe ich dir eine kurze Einleitung mit einigen wichtigen Erläuterungen und im nächsten Artikel erkläre ich dir die praktischen Schritte damit du gleich erfolgreich loslegen kannst.

Als ich das erste mal Sprühdosen gekauft habe fragte ich im Laden nach Ventilen, was meinem erfahreneren Graffiti-Kumpel, der mich begleitete, ziemlich peinlich war. Damit dir so etwas nicht passiert habe ich hier die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Wer Graffiti lernen möchte sollte sich als allererstes mit den Grundlagen beschäftigen. Welche Materialien werden benötigt, wo bekomme ich diese, was muss ich beachten, wo kann ich legal üben.

Aber  was ist überhaupt Graffiti?
Graffiti ist nicht gleich Graffiti, schon hier gibt es verschiedene Interpretationsweisen. Graffiti im klassischen Sinne seiner heutigen Form, genauer Graffiti-Writing sind hauptsächlich Buchstaben und Worte genannt Styles, oft in abstrakter Form, welche mit Lacken aus der Sprühdose meist auf Wände oder Züge gemalt werden. Wer diese Form des Graffiti betreibt, den nennt man Writer (Schreiber) oder Sprayer (Sprüher). Hierzu sei gesagt, dass das unerlaubte Besprühen oder Bemalen von fremdem bzw. öffentlichem Eigentum eine Straftat darstellt, die im schwersten Fall sogar mit Freiheitsstrafen geahndet werden kann. Viele illegal Writer, die erwischt wurden, müssen jahrelang Schulden abbezahlen und sind außerdem vorbestraft, was sie in ihrer Berufswahl einschränkt. Obwohl das Graffiti-Writing seinen Ursprung in der Illegalität hat, fand es durch den Anspruch nach Ästhetik und Perfektion auch den Weg in die Legalität und mittlerweile sogar in die Galerien.  Diese Form des Graffiti, das sprühen mehrfarbiger Buchstaben mit einem gewissen ästhetischen Anspruch, entwickelte sich Ende der 1970er Anfang der 1980er Jahre in der Bronx, USA. Das sogenannte Tagging, also das Schreiben eines Namens oder Pseudonyms an öffentlichen Plätze ist allerdings schon wesentlich älter.

Graffiti im weitläufigen Sinne des Wortes bezeichnet hingegen jede Art von privater Wandschreiberei, also jegliche Form von privat motivierten Schriften an Wänden oder ähnlichem. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es mit Sprühdose, Pinsel, Meißel oder der bloßen Hand angebracht wurde. Die ersten Werke, welche dieser Definition des Wortes Graffiti oder Singular Graffito zuzuordnen sind, sind ebenso alt wie die Schrift selbst.

Wenn ich hier allerdings über Graffiti schreibe, dann meine ich eigentlich eine Mischung von zwei Begriffen. Jegliche Kunst, die mit der Sprühdose umgesetzt wird plus das künstlerisch motivierte Graffiti-Style-Writing, ob mit Sprühdose auf Wand oder mit Markern und Pinseln auf Leinwand spielt dabei keine Rolle. In allererster Linie geht es hier jedoch um die Maltechnik mit der Sprühdose.

Um Interessierten den Einstieg ins Graffiti zu erleichtern habe ich hier die wichtigsten Tipps und Erklärungen zusammengestellt.

Das richtige Handwerkszeug:

Die Sprühdose

Sprühdosen
Sprühdosen

Im Jargon auch Dose oder englisch Can, daraus im deutschen abgeleitet auch Kanne genannt.
Die richtigen Sprühdosen zum Graffiti malen kauft man schon lange NICHT mehr im Baumarkt, diese Dosen sind einerseits teurer und haben andererseits nicht die optimalen Eigenschaften zum künstlerischen sprühen.
Die richtigen Dosen werden heutzutage eigens für den künstlerischen Bedarf hergestellt und wurden teilweise mit erfahrenen Graffitikünstlern zusammen entwickelt.
Je nachdem, ob man großformatig oder klein und detailreich malen möchte gibt es Dosen mit unterschiedlich hohem Innendruck und in diversen Farbtönen. So verwendet man für große Flächen, die schnell gefüllt werden sollen eher eine High Pressure Dose, während man für kleinere und anspruchsvollere Arbeiten eine Low Pressure Dose zur Hand nimmt. Illegale Writer verwenden häufiger High Pressure Dosen, weil sie damit ihre Werke schneller vollenden können. Im legalen Bereich verwendet man eher seltene High Pressure Dosen.
Die beliebtesten Dosen sind Montana Black oder Gold, Belton Molotow Premium, mtn 94, Loop, Kobra oder Ironlak. Wenn es in deiner Nähe keinen Graffiti-Store gibt, dann kannst du dir auch alles was du brauchst bequem online bestellen. Ich kann dir die Onlineshops Inflammable, Overkill oder Graffitilager empfehlen. Falls du in Hamburg bist kann ich dir sehr den Graffiti-Laden „under pressure“ in der Schanzenstraße 10 ans Herz legen, dort kaufe ich bereits seit über 15 Jahren ein.

Persönlich male ich am liebsten mit den Dosen der deutschen Marke Montana, meist Montana Black für Fassaden und Montana Gold für kleinere Bilder auf Leinwand. Aber auch die Molotow Premium ist eine sehr beliebte Dose, die ich auch oft verwende und für Einsteiger bestens empfehlen kann.

Nun mag der Anfänger glauben man kaufe sich einfach eine Sprühdose und geht damit malen. So ist es aber üblicherweise nicht. Was du noch brauchst sind…

Die Caps (gesprochen [Kepps], Sprühköpfe)

sprühköpfe
Sprühköpfe

Wenn man eine Dose kauft befindet sich auf dieser immer ein Standard-Cap, welches von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und für das anspruchsvollere Sprühen nicht unbedingt sehr geeignet ist.
Caps gibt es viele verschiedene und sie werden auch irgendwie alle paar Jahre geändert. Eines bleibt aber wohl immer das gleiche, denn grundlegend gibt es außer den Standard-Caps noch Skinny Caps, für einen sehr feinen Strich, Fat Caps, für einen besonders breiten Strich, und Soft Caps, für eine weiche und gleichmäßige Verteilung der Farbe. Jeden dieser Cap-Typen gibt es von verschiedenen Herstellern und in verschiedenen Abstufungen. Außerdem erzielt man mit einigen eher eine saubere Farbkante, während andere eine eher ausgefranzte Kante malen. Darüber hinaus gibt es noch einige Sondermodelle wie z.B. Kalligraphie Caps oder Needle Caps.

Bei meinen Bildern benutze ich z.B. die Standard-Caps der Montana Black Dosen zum ausfüllen größerer einfarbiger Flächen, weil diese einen recht breiten Strich haben. Der Vorteil ist, dass man von denen meist mehr als genug hat, weil man ja mit jeder Dose eines bekommt. Wenn es besonders große Flächen sind nehme ich auch richtige Fat Caps.
Zum feinen malen verwende ich verschiedene Skinny Caps, denn hier hat jedes seine Vor- und Nachteile. Die grünen Level Caps von Montana gibt es in drei Abstufungen wobei Level 1 (hellgrün)den feinsten Strich hat. Diese Caps haben einen dünnen Strich allerdings bei nicht ganz so niedrigem Druck wie andere Caps.  Sie lassen sich recht gut universell einsetzen, außerdem verstopfen sie nicht so schnell weshalb man sie gut von Dose zu Dose tauschen kann. Dadurch hat man einen geringeren Verbrauch und kommt also mit weniger Caps aus.
Die weißen Skinny Caps hingegen verstopfen teilweise sehr schnell, haben dafür aber einen geringeren Druck und eine viel weichere Zerstäubung des Striches. Daher sind sie gut geeignet für saubere aber sehr feine bzw. kleinflächige Fadings (Farbübergange) im Zentimeterbereich.
Hier sind die feinsten die Goldpunkt-, danach kommen die Graupunkt- und die gröbsten sind die Schwarzpunkt-Skinnies, welche immer noch gut für feine Linien sind. Hier gilt, je feiner desto schneller verstopfen sie und desto größer ist der Verbrauch an Caps. Ich packe pro Sprühdose immer mindestens ein Skinny Cap ein, lieber aber ein paar mehr.

Soviel zum grundlegenden Werkzeug eines Graffiti-Malers, darüber hinaus sollte man aber noch die richtige Arbeitskleidung anziehen. Gerade wer es zum ersten Mal ausprobiert sollte sich alte Klamotten oder einen Overall anziehen, weil man die Flecken vom Acryllack NICHT wieder rauswaschen kann. Idealerweise zieht man noch Gummi-, Latex- oder Arbeitshandschuhe an. Man kriegt Farbe auf der Haut zwar mit Nagellackentferner gut weg, aber gesünder ist es wenn der Lack gar nicht erst auf der Haut landet, besonders bei regelmäßigem Sprühen.

Atemschutz:
Spätestens wenn man in geschlossenen Räumen (auch bei guter Belüftung) sprüht, sollte man sich eine professionelle Atemschutzmaske zulegen, da die Lösungsmitteldämpfe und der Farbpartikelstaub eine sehr bedenkliche Mischung für unsere Gesundheit darstellen. Der Farbstaub kann sich in den Atemwegen ablagern und die Lösungsmittel werden über die Atemluft aufgenommen und belasten dann besonders die Leber.
Wer es das erste Mal ausprobiert muss nicht gleich eine Gasmaske für 40€ kaufen. Ein oder zweimal kann man, sofern man es draußen macht, bedenkenlos ohne Atemschutz mit der Sprühdose arbeiten. Wer es aber öfter tut sollte mindestens einen simplen Mundschutz aus dem Baumarkt aufsetzen. Auch bei kleinen einmaligen arbeiten im Innenbereich mit guter Lüftung mag diese Form des Atemschutzes noch ausreichen, wer aber anfängt größere Flächen mit der Sprühdose auszufüllen sollte zwingend eine Atemschutzmaske mit Gas- UND Partikelfiltern tragen.
Wer ohne Atemschutz arbeitet geht ein erhebliches Gesundheitsrisiko ein.

Außerdem wäre wenigstens für den Innenbereich eine Schutzbrille zu empfehlen, da sich der umherfliegende Farbstaub in den Augen ablagert und zu Reizungen führt.

Ich benutze eine Halbmaske von 3M mit den dazugehörigen Gas- und Partikelfiltern und eine Schutzbrille, die extra auf solche Masken passt.

Wenn ich doch mal ohne Maske arbeite bekomme ich schnell eine Art Sodbrennen, außerdem nach einiger Zeit sogar Kopfschmerzen. Bei einem Bluttest spiegelt sich die Belastung in den Leberwerten wieder.

Die Maske sollte man, nachdem das Kondenswasser im Innern getrocknet ist in einer verschlossenen Plastiktüte oder besser in einer Plastikbox aufbewahren, damit die Gasfilter nicht vorschnell verbraucht werden. Diese haben eine statische Ladung und ziehen aktiv die Moleküle aus der Umgebungsluft an.

Das war die theoretische Vorbereitung aufs Sprühen. Die ersten Praxisschritte erkläre ich im nächsten Teil von „Graffiti lernen“.


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Hilfreiche Literatur zum Thema gibt es auch hier: