Schlagwort: graffitikünstler

Beispiel Hebebühne

Von Leitern und Hebebühnen– Arbeiten in großer Höhe

Wenn ein Bild mal etwas höher sein soll als bis dahin, wo man aus dem Stand mit ausgestreckter Hand reicht, dann brauch man Hilfsmittel. Zuerst würde wahrscheinlich jeder an eine Leiter denken, aber je nach Höhe und Größe des Bildes ist eine Leiter entweder nicht immer ausreichend oder einfach ungeeignet. Was es für Alternativen gibt und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen, darauf möchte ich in diesem Artikel eingehen.

Leitern gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und bis zu einer gewissen Höhe sind sie auch oft die beste Lösung. Für mich ideal ist die Trittleiter, die man wie ein A aufstellt und dessen letzte Stufe eine etwas größere Plattform bildet. Perfekt ist, wenn diese Leiter auch noch ein kleines Brett am Ende des Bügels hat, auf der man ggf. Spraydosen oder ähnliches abstellen kann.
Eine Leiter dieser Größenordnung bietet einen sicheren Stand und noch etwas Bewegungsspielraum. Man kommt schnell rauf und runter und sie ist leicht zu versetzen und auch nicht all zu schwer zu transportieren.

Sobald man aber eine Sprossenleiter braucht, weil die Trittleiter nicht mehr hoch genug ist, stellt sich die Frage, ob eine Leiter überhaupt noch die beste Lösung ist. Nach meiner Erfahrung dauern Arbeiten auf einer Leiter etwa drei Mal so lange wie auf dem Boden, wo man quasi eine unbegrenzte Anzahl an Sprühdosen in Griffnähe haben und sich völlig frei bewegen kann. Eine Leiter hingegen schränkt die Bewegungsfreiheit erheblich ein man kann noch dazu nur eine begrenzte Zahl an Arbeitsmaterialien mit hoch nehmen. Außerdem muss man immer dran denken die oberen Enden der Leiter abzupolstern, um nicht die Wand oder das Bild zu beschädigen.

Je nachdem wie groß der Bereich des Bildes ist, den man in größerer Höhe malen muss, sollte man sich also fragen, ob es nicht effizienter wäre ein anderes Hilfsmittel als eine Leiter zu benutzen. Alternativen wären Gerüste, Hebebühnen oder sogar Bergsteigergeschirr zum abseilen von Oben.

Bei den Gerüsten kann man noch unterscheiden zwischen Rollgerüst und feststehendem Baugerüst. Ein Rollgerüst steht auf Rollen, lässt sich also relativ einfach bewegen. Der Vorteil hier ist, dass man das Gerüst nicht über die gesamte Breite einer Fassade aufstellen muss, man hat also weniger Teile, einen schnelleren Aufbau und einen leichteren Transport. Auch mit einigen Rollgerüsten kommt man auf über 10m Arbeitshöhe.

Auf einem Gerüst hat man eine relativ große Plattform zum Arbeiten und abstellen von Materialien, man kann sich quasi fast wie auf dem Boden bewegen. Um auf eine andere Höhe zu wechseln muss man allerdings auch hier herum klettern und ggf. sogar Bretter in der Höhe versetzen und außerdem auch die Sprühdosen alle wieder von einem Brett zum nächsten mitnehmen, das kann schon mal Zeit kosten.

Im Punkto Zeiteffizienz ist da die Hebebühne bestimmt die optimalste Lösung. Hier steht man die ganze Zeit auf der selben Plattform, welche man auch noch, ohne sie verlassen zu müssen, seitlich und in der Höhe versetzen kann. So hat man immer die angenehmste Arbeitshöhe, ohne sich verbiegen zu müssen und verliert weniger Zeit durch rauf und runter klettern, versetzen oder Farben tauschen. Man hat auf der Plattform meist genügend Platz für alle benötigten Farben und kann sich bequem mit dem Steuerpult an der Wand hin und her manövrieren. Also auch in Hinsicht auf bequemes Arbeiten wahrscheinlich die beste Lösung.

Auch hier gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten, je nach Anspruch und Budget. Wird z.B. mit mehreren Leuten am Bild gearbeitet, so bietet es sich an eine extra große Plattform zu wählen. Diese muss man dann ggf. nicht einmal mehr seitlich versetzen, da sie bereits die gesamte Breite des Graffito abdeckt. So gibt es Hebebühnen mit über 7 Metern Breite und über 28 Metern Arbeitshöhe. Was in den meisten Fällen absolut ausreichen sollte. Auch im Punkt der Sicherheit ist eine Hebebühne vermutlich die beste Lösung zum Arbeiten in großer Höhe, da man einen festen Boden unter den Füßen hat und ein Geländer rings herum. Die sinnvollsten Hebebühnen für angenehmes Arbeiten sind die sogenannten Scheren-Arbeitsbühne.

Wer es allerdings besonders flexibel braucht der kann auch eine Teleskopmast-Arbeitsbühne wählen, diese Art von Hebebühnen ist besonders wendig, macht aber für die Arbeit an einer Flachen Wand eher wenig Sinn.

Hebebühnen kann man deutschlandweit z.B. beim GL-Verleih mieten und anliefern lassen.

Sollte es allerdings doch mal ein Bild am oberen Ende eines Hochhauses werden, so bleibt wohl nur noch die Option des Abseilens. Wer dies tun möchte sollte sich allerdings erst gewissenhaft von einem Profi ausbilden lassen. Da ich mich auf diesem Gebiet noch wenig auskenne werde ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Viel Spaß beim Sprühen
LennArt

Gesponsorter Artikel
Graffitiauftrag Hyper Gym Avengers

Superhelden-Graffiti im Fitnessstudio

Im Juni hatte ich die Ehre beim 12fachen Weltmeister im Pointfight Kickboxen eine Wand im Studio zu gestalten. Hier traute ich mich zum ersten Mal bei einem solchen Motiv als Vorlagen nicht auf Bildern aus dem Internet, sondern auf meine eigenen handgefertigten Zeichnungen zurückzugreifen. Die Internetbilder dienten mir diesmal nur als Farbvorlagen, für die Form jedoch nahm ich meine Skizzen. Der Kunde wünschte sich die Marvel Avengers, genauer gesagt: Hulk, Thor, Captain America, Spider-Man und Deadpool. Als kleinen Gag bat er dann noch um einen Minion, um die Kinder zu erfreuen.

Da das Studio in Maschen eröffnete, hatte ich jedes Mal eine Anfahrt von 2 Stunden, was meine Arbeit um einiges in die Länge zog. Zur Eröffnung des Hyper Gym war mein Graffiti fertig und bietet den Besuchern nun einen nachhaltigen Eindruck beim Betreten des Studios. Wer es sich mal live anschauen möchte kann jederzeit bei Jens Borucki zum Probetraining vorbei schauen. Dort gibt es Kickboxen und Functional Training vom Weltmeister unter den Augen der Marvel Superhelden.

10 bekannte Deutsche Graffitikünstler, die man kennen sollte.

Längst hat Graffiti auch seinen Weg in die Galerien dieser Welt gefunden und genießt dadurch immer mehr Aufmerksamkeit und Ansehen. Wenn man sich für Graffiti interessiert und sich auch mit der Geschichte etwas vertraut machen möchte, dann gibt es einige Namen aus der Szene, die man kennen sollte. Die meisten von Ihnen bilden das Fundament der deutschen Graffiti Geschichte und sind heutzutage als legale Künstler tätig, aber auch solche, aus jüngerer Zeit und einige aus dem illegalen Bereich sind dabei. Hier eine kurze Übersicht einiger der wichtigsten Namen in der deutschen Graffiti-Szene. Natürlich gibt es noch weit mehr Künstler, die auch gleichermaßen bedeutend sind wie die hier genannten.

 

1. LOOMIT

Bürgerlich Mathias Köhler, 1968 in Celle geboren, lebt und arbeitet in München. Ein Urgestein der deutschen Graffiti-Szene. War 1985 an der (illegalen) Gestaltung des ersten deutschen Whole Car beteiligt, welcher als der „Geltendorfer Zug“ in die Geschichte des Graffiti einging. (Whole Car ist Ein Zugwagon, der einseitig, aber in der gesamten Länge und Höhe mit Graffiti besprüht wird.) Loomit ist bekannt für seine 3D Styles, die er in lebhafte Landschaften einfügt. Auch cartoonartige und teilweise abstrakte Figuren bilden oft Teile seiner Werke, den Mittelpunkt bildet jedoch meistens ein im dreidimensionalen Raum verformter „Loomit“-Style.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen: „Zeichen der Zeit“, Dezember 95 in Hamburg Bergedorf, zusammen mit Künstlern wie DAIM, Darco  und anderen. Hierfür bekamen die Künstler einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde für das damals höchste Graffito der Welt (rund 30 m hoch).
Als Teil des Projektes Mural Global realisierte Loomit zusammen mit einigen brasilianischen und deutschen Graffiti-Künstlern ein 300m² großes Bild in São Paolo. Zu den beteiligten Künstlern zählten unter anderem Os Gêmeos, DAIM und Tasek.
2002 wurde er mit dem Schwabinger Kunstpreis ausgezeichnet.
2003 produzierten der Bayerische Rundfunk und Arte einen Dokumentarfilm über ihn mit dem Titel „Loomit-Der Sprayer“.

 

2.DAIM

Mirko Reisser, 1971 in Lüneburg geboren, lebt und arbeitet in Hamburg. DAIM ist das klassische Beispiel für 3D Graffiti Style Writing in Reinform. Wenn ich an 3D Styles denke, dann denke ich an DAIM. Seine Styles sind bis ins letzte Detail feinst säuberlich ausgearbeitet. Sie verzerren sich oft stachelartig in den Raum und scheinen den Betrachter hineinzuziehen oder sich auf ihn zuzubewegen. Er bedient sich häufig klassischen Graffiti Elementen wie Pfeilen oder Sternen und kombiniert seine sauberen Styles gekonnt mit wilden Farbspritzern, was den Anschein einer explosiven Ausdehnung des Styles erweckt. DAIM ist Mitbegründer der Ateliergemeinschaft getting-up in Hamburg, mit der er schon mehrere bedeutende Projekte realisiert hat. Dazu gehören unter anderem die Graffiti und Street Art Ausstellung Urban Disciplin, welche 2000, 2001 und 2002 in Hamburg mit Künstlern aus aller Welt stattfand, sowie das Werk Dock-Art, ein Wandbild über 600m², das sich mit Hamburg, seinen Partnerstädten und der weltweiten Vernetzung auseinandersetzt. Eine vergrößerte Kopie dieses Werkes hing als 2000m² großes Transparent lange Zeit im Hamburger Hafen am Dock von Blohm & Voss.

 

3.TASSO

Herbert Jens Müller, 1966 in Meerane geboren, wo er immer noch lebt. TASSO ist einer der ersten und besten Fotorealisten mit der Sprühdose. Als Teil des Künstlerkollektivs Ma’Claim und dem Buch „Ma’Claim: Finest photorealistic Graffiti“ half er den Fotorealismus als Teil des Graffiti in Deutschland und der Welt bekannt zu machen. (Durch dieses Buch bin ich übrigens selbst zum fotorealistischen Sprühen bekommen.) Seine Bilder fallen teilweise in die Kategorie Illusionsmalerei. Sie wirken so täuschend echt wie gedruckt, gekonnt kombiniert er abstrakte Formen mit fotorealistischen Figuren oder Landschaften. 2016 erschien sein Buch „Am Ende fehlt doch immer was“ in limitierter Auflage.

 

4.MOSES (&TAPS)

Sein bürgerlicher Name ist der Öffentlichkeit unbekannt, denn der unter dem Pseudonym MOSES aktive Graffiti-Künstler machte sich ausschließlich durch illegales Sprühen einen Namen. Die Polizei hingegen kennt seine Identität, nur nachweisen können sie ihm meistens nichts. Für sein Schaffen wurde er bereits mehrmals angeklagt und auch schon verurteilt. Er kommt wohl aus Hannover, wo er auch am aktivsten war, aber auch in Hamburg hat er schon unzählige Werke geschaffen. MOSES ist einer der bekanntesten Sprayer Europas, seine Bilder finden sich über das gesamte Bundesgebiet und sogar Europaweit verteilt, wobei sich viele von ihnen weiter fortbewegen. Denn wenn der Künstler (oder je nach Ansicht auch Vandale) eines gut kann, dann ist es Züge besprühen. Meist arbeitet er zusammen mit seinem Kollegen TAPS wie es auch in dem Buch „MOSES&TAPS – International Topsprayer“ dokumentiert ist. Hier zeigen die beiden Sprayer mit nie dagewesener Dreistigkeit und genau so viel Genie wie Humor, was sie unter Train Bombing verstehen. In einigen Videos dokumentieren sie, wie sie am hellichten Tag Züge besprühen. Dabei zeigen sie in ihren Werken enorm viel Einfallsreichtum. Zu größerer Bekanntheit brachten es MOSES und TAPS auch außerhalb der Writer-Szene als sie im April 2015 durch das zumauern einer Tür eines Wagons der Hamburger S-Bahn bundesweit Schlagzeilen machten. Auch MOSES‘ und TAPS‘ Werke findet man mitunter auf internationalen Ausstellungen. Durch den konstanten Gebrauch zweier bestimmter Farbtöne (Gelb und Blau) haben sie sich in den letzten Jahren sogar so etwas wie eine Corporate Identity geschaffen. Von Montana Black gab es eine Zeit lang diese speziellen Farbtöne unter den Namen MOSES und TAPS. Inzwischen setzen sie hinter ihre Tags oft ein TM wie es bei Markennamen üblich ist.

 


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5.HERAKUT

Ist zwar ein Künstlerduo, lässt sich aber kaum noch trennen. Bestehend aus Jasmin Siddiqui (HERA) 1981 in Frankfurt geboren und Falk Lehmann (AKUT) 1977 in Schmalkalden geboren. Machen weltweite Projekte mit hohem Wiedererkennungswert. Ihre Bilder haben häufig einen sozialkritischen und politischen Aspekt. Ihre comicartigen Figuren mit den zu großen Augen, dem Pinselstrichstil und dem gewollten dreckigen Gossen-Look erinnern mich immer etwas an die Filme von Tim Burton. Auch Schrift findet man sehr häufig in ihren Darstellungen. Die Werke von HERAKUT findet man inzwischen auf der ganzen Welt verstreut. So verschönerten Sie zusammen mit syrischen Flüchtlingskindern in der jordanischen Wüste die Wände eines riesigen Flüchtlingslagers. Für ein Kinderbuchprojekt malten Sie ihre Bilder auf Mauern und Fassaden von Toronto bis Katmandu und auch das Haus von Jim Carrey ziert bereits ein Werk von Ihnen. AKUT ist außerdem Teil der vierköpfigen Ma’Claim Crew.

 

6.Cantwo /Can2

Fedor Wildhardt 1970 in Mainz geboren. Kam 1983 mit Graffiti in Kontakt und gehört somit zum Urgestein der deutschen Graffiti Szene. CANTWO ist international bekannt und geschätzt. Sein Stil ist absolut klassischer Old School, den er gekonnt wie kaum ein anderer perfekt in Szene setzt. Seine Styles werden fast ausnahmslos von seinen sehr typischen Character begleitet. Sowohl seine Styles als auch die Character haben einen hohen Wiedererkennungswert. Es wird wohl kaum jemanden in der Szene geben, der noch nie einen der markanten Figuren oder den klassischen Style von CANTWO gesehen hat. CANTWO ist Mitbegründer der Stick Up Kidz Crew. Er hat für diverse internationale Firmen gearbeitet wie Adidas oder CocaCola und schon Ende der 1990er an der Entwicklung neuer Farbtöne für Sprühdosen und sogar einer eigenen Sprühdosenlinie (Oxygen Colors) (mit-)gearbeitet. CANTWO ist in mehreren Klamotten-Labels involviert, wurde mehrfach von den Lesern der Juice zum besten Sprayer weltweit gewählt und saß schon in diversen Jurys bei Graffiti-Wettbewerben.

 

7.CASE (-MACLAIM)

Andreas von Chrzanowski, 1979 in Schmalkalden geboren. Lebt und arbeitet in Frankfurt und ist Mitbegründer der Ma’Claim Crew. CASE ist bekannt für die Mischung äußerst fotorealistischer mit abstrakten Elementen. In seinen Werken beschäftigt er sich überwiegend mit Händen. Viele von CASEs Bildern zeigen die farbliche Überlagerung verschiedener Posen. Genau wie sein Kollege TASSO malt auch CASE beinahe wie gedruckt. Seine Handbilder stechen oft durch die knalligen Farben ins Auge. Im Sommer 2016 Gestaltete er zusammen mit seiner Frau und weiteren Künstlern eine U-Bahn-Station in Frankfurt mit einem Bild auf 6600 Quadratmetern. Dargestellt wurden laufende Hände.

 

8.OZ

OZ alias Walter Fischer ist eine Hamburger Sprüherlegende. 1950 in Heidelberg geboren und im katholischen Heim aufgewachsen zog er später nach Hamburg wo er über drei Jahrzehnte hinweg sprühte. Am 25.September 2014 wurde er beim Taggen vom Zug erfasst und verstarb vor Ort an den Folgen. Es dürfte wohl keinen Hamburger geben, der noch nie eines seiner Werke gesehen hat, denn diese findet man im gesamten Stadtgebiet in Form von Smileys, Spiralen und natürlich den bekannten OZ Tags. Aber auch großflächige bunte Bilder hat er gesprüht. Diese sind stets abstrakt und meist von Punkten und Linien durchzogen. OZ war kein gewöhnlicher Writer, sondern vielmehr ein Aktivist. Er wollte seine Umwelt bunter machen und tat dies auch unaufhaltsam. Trotz zahlreicher Verhaftungen und sogar Freiheitsstrafen hörte er nie auf zu Taggen. Die Hamburger Polizei gibt an 120.000 Tags von OZ gezählt zu haben. Es ist die schiere Masse an Tags, die sein Werk so besonders macht. Die Partei die Grünen forderte sogar seine Bilder unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Er kämpfte stets für seine Kunstfreiheit, dieser Kampf ist sein Lebenswerk. Zu seiner Beisetzung im bunt bemalten Sarg kamen über 300 Leute.

 

9.DARCO

Darco Gellert ist 1968 in Bielefeld geboren, lebt und arbeitet heute aber in Paris. Er ist ein klassischer Style-Writer, der seinen Style allerdings sehr weit entwickelt hat. Er ist auf internationalen Ausstellungen präsent. Seine Buchstaben sind sehr dynamisch und verkörpern das klassische Graffiti in perfektionierter Form. In seinen Bildern, auch wenn sie in Galerien zu finden sind, hat er den ursprünglichen Charakter des Straßengraffiti bewahrt. Viele seiner professionellen Arbeiten wirken durch ihre Wildheit teilweise wie illegale Pieces. Er bringt kantige Wildstyles locker aus dem Handgelenk. Seine Styles sind eine Mischung aus 3D und normalem Style mit Outline. Er war an dem Weltrekord-Bild „Zeichen der Zeit“ mit DAIM und LOOMIT beteiligt und auch auf den Urban Disciplin Ausstellungen vertreten. Als erster Sprayer, der in Frankreich für Vandalismus verurteilt wurde, ist er ein fester Bestandteil der Geschichte des Graffiti. Oktober 2016 widmete die hamburger OZM Galerie ihm ihre letzte Ausstellung, bevor das Gebäude abgerissen wurde. Seine Leinwände auf dieser Ausstellung waren sämtliche Wände, Decken und Böden des Gebäudes.

 

10.MadC

Claudia Walde aus Bautzen, geboren 1980, zählt nicht nur zu den bekanntesten Frauen der Szene sondern sogar zu den bekanntesten Graffitikünstlern weltweit. MadC´s Bilder zeichnen sich meist durch lebendig bunte Farben auf weißem Grund aus. In ihren Leinwandarbeiten mischt sie Sprühfarbe mit Acryl und Aquarell. Die so erzeugten Effekte ahmt sie in ihren großen Wandbildern mit Sprühdose und Rolle nach. Ihre Graffiti wirken daher oft wie mit Pinsel und Aquarell gemalt, eben wie ein vergrößertes Foto einer Leinwand. Sie überlagert Farben und erzeugt dadurch den Anschein von Transparenz. Dies schafft sie auch durch den Gebrauch von tatsächlich transparenten Sprühfarben.  Ihre Werke sind international gefragt und in diversen Ländern zu finden. Als Autorin hat Claudia Walde bereits mehrere Bücher zu den Themen Graffiti und Street Art veröffentlicht.  Die Recherchen, welche sie für diese Bücher machte, haben wohl nicht wenig zu ihrer Entwicklung als Künstlerin beigetragen.

 

Und Wer fehlt?

Das war meine erste Liste von 10 (eigentlich 12) deutschen Graffitikünstlern, die man kennen sollte. Ich hoffe sie hat dir gefallen und du konntest etwas lernen. Ich weiß, es gibt noch viel mehr wichtige Namen in der deutschen Graffiti Szene, aber die kommen dann in einer weiteren Liste. Wer sollte deiner Meinung nach noch unbedingt in diese Liste aufgenommen werden?

Graffitiauftrag Windmühle Ebner

Tradition trifft Moderne – Graffitikunst und Biobrot

Nach einem Artikel in der BLIZZ über unsere Arbeit kam das regensburger Traditionsunternehmen Ebner auf uns zu. Die jung gebliebene Chefin des Biobrot-Imperiums war begeistert von unseren Werken und wollte ihre große Filiale in Neutraubling äußerlich von uns modernisieren lassen.  Zur Gestaltung standen die Wand am Drive-In Schalter, die lange Rückwand zum Parkplatz und die Bande vom Kinderspielplatz. Alles in Allem waren wir etwa drei Wochen lang gut beschäftigt. Zuerst widmeten wir uns der Wand am Drive-In mit einem comicartigen Landschaftsmotiv in dem eine kleine Ebnerbäckerei steht. Auf die Rückwand kam eine Komposition in Sepiafarben aus allerlei Backwaren mit einem Bäcker in seiner Backstube. Während der Arbeit an beiden Wänden kamen immer wieder Leute vorbei, die unsere unkonventionellen Graffitiwerke lobten und interessiert Fragen stellten. Vor allem das riesige Bild auf der Rückwand ist sehr eindrucksvoll geworden und schafft es dank dem sparsamen Einsatz von Farbtönen trotz seiner immensen Größe sehr leicht und nicht aufdringlich zu wirken.
Die Spielplatzbande bekam eine freundliche Spielwiese mit fröhlichen Kindern und lachenden Comicfiguren.

Graffiti 24H spraybar

Graffiti-Jam am Donauufer

Zur September-Dult wurden wie jedes Jahr wieder Graffitikünstler aus allen Himmelsrichtungen eingeladen, um die Vierundzwanzigstundengalerie am Donauufer komplett neu zu gestalten.  Neben Künstlern wie Sike1, Farbenblind, Smut Crew und diversen anderen war natürlich auch das Spraybar-Team auf diesem Graffiti-/ Streetartevent präsent. Zur Abwechslung mal wieder mit anderen Künstlern an der Wand zu stehen und zu sprühen ist immer etwas besonderes. Man kann sich austauschen, schauen, was die anderen können, sich inspirieren lassen, oder vielleicht sogar noch was lernen.

Graffitiauftrag Oxygen Style

Graffiti und Breakdance – Spraybar meats Oxygen Crew

Auf der Each One Teach One Hip Hop Jam hatten uns die Jungs von der Oxygen Crew aus Erlangen  angesprochen. Sie mochten unseren breakdancenden Astronauten und wollten gerne etwas ähnliches für ihren Trainingsraum haben. Weil Graffiti im Sommer einfach am schönsten ist, wurde der Plan sehr schnell in die Tat umgesetzt. Wir lernten den Rest der talentierten Breakdance Crew kennen und malten in deren Gesellschaft an einem wunderschönen Sommertag Zwei Bilder über je Zwei Leinwände. Die Oxygen-Jungs fanden es super und wir hatten unseren Spaß in einer netten Hip-Hop-Atmosphäre. Wenn Graffiti mit Breakdance zusammen trifft und dabei guter oldschool Hip Hop aus den Boxen kommt, dann fühlt man sich ein bisschen zurück versetzt in die 90er, als Graffiti in Deutschland gerade anfing groß zu werden und man sich in den Sommerferien mit seinen Freunden zum sprühen an die Hall stellte.
Oxygen StyleBreaker in Space