Schlagwort: Graffiti erklärt

stencil graffiti anleitung 14 outlines

DIY Sprüh-Anleitung: dein Name als Stencil-Graffiti

In dieser kleinen Schritt-für-Schritt-Anleitung zeige ich dir, wie du aus deinem Namen (oder einem beliebigen Wort) ein stylisches Graffiti zur Dekoration deines Zimmers machen kannst.

Was du dazu brauchst:

-Ein scharfes Schneidemesser, Teppichmesser, Cutter oder Bastellskalpell
-Eine Schneideunterlage, Schneidebrett aus der Küche oder altes Holzbrett
-Bleistift und Radiergummi
-Papier
-Einen Starken Karton oder Pappe als Malgrund
-Einen bis zwei Bögen Fotokarton (ca. 70 x 50 cm)
-Einen Acrylmarker oder Acrylfarben + Pinsel (Schwarz geht immer, ich nehme hier Rot)
-Sprühdosen in verschiedenen Farben (ich habe 6 bunte Farben + Schwarz und Weiß verwendet)
Tipp: fast leere Dosen bzw. Restdosen eignen sich super für so ein kleines Schablonenbild.

Schritt 1: Deinen Namen als Graffitistyle entwerfen

Schreibe hierzu deinen Namen mit einem Stift mit simplen Linien in sehr großen Buchstaben auf ein Blatt Papier. Anschließend zeichnest du um jede Linie einen dicken Balken herum so, als würdest du die Linien sehr dick nachzeichnen. Am Ende können die Balken mal dicker und mal dünner werden.

Tipp: Um deine Buchstaben besonders stylisch zu gestalten, zeichne deine Linien in schönen Schwüngen locker aus dem Handgelenk.

Schritt 2: Deinen Entwurf auf den Fotokarton übertragen

Wenn dein Entwurf kleiner ist, als dein finales Bild werden soll, dann musst du deinen Entwurf vergrößert auf den Fotokarton übertragen. Wenn du jetzt also deinen Entwurf auf den Karton abzeichnest, kannst du die Gelegenheit nutzen um noch mal etwas dran auszubessern.

Wenn dein Entwurf schon die richtige Größe hat, dann kannst du auch einfach dein Papier mit dem Entwurf auf den Karton kleben. Am besten machst du das mit einem Klebestift und klebst besonders gründlich an den Konturen der Buchstaben entlang.

Schritt 3: Verbindungen einzeichnen

Bevor du die Schablone ausschneidest, musst du sicher gehen, dass alles an seinem Platz bleibt und keine wichtigen Teile ungewollt herausfallen. Dafür legst du jetzt fest wo genau du Verbindungen lässt, die jene Teile an ihrem Platz halten, welche inmitten von auszuschneidenen Bereichen liegen. Du baust quasi Brücken zu Inseln die in Löchern schweben. Am besten ist es diese Bereiche mit einem Rotstift zu markieren, damit man sie nicht ausversehen übersieht.

Schritt 4: Ausschneiden

Zum ausschneiden nimmst du dein scharfes Teppichmesser oder Bastelskalpell und legst deine Schneideunterlage drunter. Wichtig ist hier mit leichtem Druck zu arbeiten und auf die feinen Verbindungen aufzupassen. Drückst du zu stark auf versinkt dein Messer zu tief im Schneidebrett, bei zu wenig Druck schneidest du nicht richtig.

Achtung: Versuch die ausgeschnittenen Buchstabenteile möglichst in einem Stück zu lassen und hebe sie auf, diese brauchen wir später noch.

Schritt 5: Detailschablonen erstellen

Um ein paar interessante Details in den Hintergrund und auch in den Style einzufügen werden wir jetzt 1 bis 2 kleinere Schablonen mit feinen Details erstellen. Solche Schablonen kann man allerdings auch fertig kaufen z.B. bei IDEE der Creativmarkt oder auf Amazon.

Hierfür kann man auch sehr gut in der Google Bildersuche fündig werden. Dazu kannst du z.B. in Google Bilder „silhouette“, „stencil“ oder „Schablone“ in Kombination mit anderen Wörtern eingeben. Einfach etwas ausdrucken und aus einem Stück Karton ausschneiden.

Für mein Bild werde ich Schablonen von Rissen und einem Pfeil benutzen.

Schritt 6: Hintergrund sprühen – Grundfarbe

Wenn du mit dem Ausschneiden fertig bist geht es jetzt ans Malen bzw. Sprühen. Aber mit Geduld, denn zuerst ist der Hintergrund dran und dieser muss dann auch erstmal trocknen, bevor du die Schablone drauflegst. Je dünner deine einzelnen Farbschichten beim malen des Hintergrundes sind, desto schneller trocknet er und das bedeutet weniger Wartezeit für dich.

Zum Sprühen solltest du auf jeden Fall raus (Rasen, Balkon, Terrasse, offene Garage) gehen und eine größere Fläche mit Zeitungspapier, Kartons, Folie oder Müllsäcken auslegen, um den Untergrund vor Farbspritzern zu schützen.

Wenn möglich solltest du beim Sprühen einen Atemschutz tragen.

Stell dir also eine Auswahl an Farben für deinen Hintergrund zusammen. Am besten mindestens 3. In meinem Beispiel habe ich Hellblau, Dunkelblau und Rosa genommen. Natürlich kannst du auch ganz andere Farben wählen. Wenn du noch mehr Farben hast, umso besser.

Zuerst sprühst du den gesamten Karton mit einem etwas breiteren Cap Linie für Linie mit Dunkelblau aus. Am besten arbeitest du in zwei dünnen Schichten gearbeitet, um die Trockenzeit zu verkürzen. Geh also nicht zu dicht mit der Sprühdose an deinen Karton ran.

Schritt 7: Hintergrund sprühen – Farbverlauf

Als nächstes sprühst du mit dem Hellblau und einem Skinny Cap (feiner Sprühkopf) eine weiche Ovalform in die Mitte des Kartons. Dazu sprühst du nur kurz und gezielt aus etwas größerem Abstand. Du fängst in der Mitte an zu sprühen und bewegst dich langsam weiter nach außen. Je weiter du nach außen kommst, desto weiter sollte sich deine Hand mit der Sprühdose von dem Karton entfernen. Je nach Größe deines Kartons reichen hierfür ein paar kurze Spritzer aus der Dose. Wir möchten den Anschein erzeugen, dass die Mitte des Bildes, wo später dein Graffitistyle drüber kommt, ausgeleuchtet wird.

Danach kannst du noch ein ganz Bisschen Schwarz an die Ecken und Ränder sprühen, um diese leicht abzudunkeln. Hierfür solltest du wieder größeren Abstand halten und nur eine dünne Schicht Farbe auftragen.

Schritt 8: Hintergrund sprühen – Details einfügen

Bevor nun deine Detailschablone zum Einsatz kommt, kannst du noch ein paar Farbspritzer auf dem Bild verteilen. Ich schlage vor sie einigermaßen mittig zu setzen. Farbsprizer kannst du auf verschiedene Weisen platzieren. Nimm ein kleines Stück Karton, knicke es in der Mitte und sprühe reichlich Farbe in den Knick, dann schleudere die Farbe mit einer schnellen Bewegung von dem Karton auf dein Bild. Aber Vorsicht: das Risiko ist hierbei groß die Umgebung einzusauen.

Eine andere Möglichkeit wäre zum Beispiel etwas Farbe in einen Behälter zu sprühen, das kann ein Deckel oder ähnliches sein, dann einen Pinsel in die Farbe zu tunken und mit Hilfe des Pinsels die Farbspritzer auf dein Bild zu bringen. Am besten geht das indem man den Pinsel über dem liegenden Bild auf einen Bleistift oder ähnliches drauf schlägt.

Nachdem die Farbspritzer gut getrocknet sind platziere jetzt deine Detailschablone dort, wo es dir am besten gefällt. Dann sorge dafür, dass die Ränder ausreichend abgedeckt sind, damit du nicht über diese hinaus sprühst, denn das gibt hässliche Kannten im Bild. Das Aussprühen geht am besten mit einem Skinny Cap und etwas Abstand (etwa 5-10 cm).

 

Ich habe hierfür ein Rosa genommen. Du kannst die Schablone mehrfach im Hintergrund verwenden, dazu kannst du sie zum Beispiel immer etwas drehen oder, sofern die Farbe getrocknet ist, auch von der anderen Seite verwenden. Dadurch kannst du das Motiv spiegeln und eine Symetrie erzeugen.

Ich habe meine Rissschablone benutzt und einen Teil einer gekauften Schablone.

Schritt 9: Graffitistencil – Schatten sprühen

Jetzt brauchst du deine Wortschablone. Geh sicher, dass dein Hintergrund trocken ist und nicht mehr klebt. Dann platziere deine Graffitischablone in der Mitte des Bildes, und schiebe sie von dort aus etwa 1-2 Zentimeter schräg nach unten links, denn jetzt sprühst du den Schatten. Natürlich kannst den Schatten auch in eine andere Richtung fallen lassen.

Mit Schwarz oder einer anderen dunklen Farbe, einem Skinny Cap und etwas Abstand sprühst du jetzt mehrmals dünn deine Schablone aus, bis sie komplett deckend ausgefüllt ist. Achte wieder darauf, dass die Ränder deiner Schablone gut abgedeckt sind, damit du nicht ausversehen darüber hinaus sprühst.

Dann wieder komplett trocknen lassen.

Schritt 10: Graffitistencil – Grundfarbe

Nun kommt der spassigste Teil, denn jetzt sprühen wir den Graffitistyle. Dazu legst du die Schablone auf den eben gesprühten Schatten und schiebst sie von dort nach oben links. Zuerst machen wir einen Farbverlauf. (Gut schütteln nicht vergessen) Mit einem Skinny Cap sprühst du die Schablone komplett in deiner Hauptfarbe aus, ich nehme dazu ein helles Gelbgrün. Fülle alles Stück für Stück in mehreren dünnen Schichten aus.

Schritt 11: Graffitistencil – Farbverlauf

Mittlerweile solltest du wissen, wie es geht. Mit deiner Zweitfarbe mit Skinny Cap sprühst du von unten nach oben bis etwa zur Mitte des Styles. Geh dabei nicht zu nah dran. Am besten tastest du dich vorsichtig heran. Fang mit großem Abstand an und verringer ihn langsam. Achtung: Je größer der Abstand beim Sprühen, desto breiter muss der Rand der Schablone sein. Ich habe ein Grasgrün benutzt.

Schritt 12: Graffitistencil – Details einfügen

Lass deine Wortschablone weiterhin an ihrer Stelle und platziere deine Detailschablone über den Buchstaben. Anschließend sprühst du in verschiedenen Farben einige Details in dein Graffiti.

Ich habe  zuerst von der gleichen Fertigschablone einzelne Teile mit dem Grasgrün ausgesprüht. Danach die Rissschablone mit Lila und zuletzt noch einmal mit dem Gelbgrün über den Grasgrünen Farbverlauf.
Sprüh die Detailschablone an verschiedenen Stellen des Styles aus.

Wenn du genug Details hinzugefügt hast, lass alles trocknen, aber lass die Wortschablone weiterhin an ihrem Platz liegen.

Schritt 13: Graffitistencil – Highlights hinzufügen

Wenn du die ausgeschnittenen Teile deiner Buchstaben aufbewahrt hast und eine weiße Sprühdose hast, dann kannst du damit jetzt sehr einfach die Highlights, also Lichteffekte, in dein Graffiti einfügen.

Platziere dazu alle Teile an dem Platz, wo sie ausgeschnitten wurden, nur dass du sie ein kleines Bisschen in Richtung des Schattens versetzt. Bei mir waren es etwa 2-3mm. Dann sprühst du mit Weiß drüber.

Schritt 14: Graffitistencil – Outlines

stencil graffiti anleitung 14 outlines

Jetzt kommt der Acrylmarker zum Einsatz. Wenn die Farbe gut durchgetrocknet ist kannst du jetzt deine Outlines einzeichnen. Einen Acrylmarker muss man vor jedem Gebrauch etwas schütteln (mit der Kappe drauf), 10 Sekunden reicht. Dann muss man die Farbe in die Filsspitze pumpen. Dazu setzt du die Spitze auf ein Stück Papier und drückst den Stift herunter, so dass die Spitze in den Stift hineingedrückt wird. Das macht man ein paar Mal bis die Farbe in durch die Spitze sickert.

Nun zeichne die äußeren Kanten jedes einzelnen Buchstaben nach. Wenn nicht mehr genug Farbe aus dem Marker kommt musst du zwischendurch auf einem Blatt Papier nachpumpen.

Gratuliere, wenn du alle Outlines nachgezeichnest hast, ist dein Graffitibild fertig. Du kannst es dir an die Wand hängen, einrahmen oder verschenken.

Ich hoffe dir hat diese Anleitung gefallen, lass gerne einen Kommentar oder eine Frage da.

Viel Spaß beim Sprühen.

Graffiti lernen für Anfänger 5: Bestandteile eines Styles

In diesem Artikel werde ich die grundlegenden Elemente eines klassischen Graffiti Style auflisten und beschreiben, um dem Anfänger einen Überblick und mehr Verständnis über diese Materie zu verschaffen.

Jeder klassische Style setzt sich meist aus den immer gleichen Grundbausteinen zusammen, welche diese sind erfährst du hier.

Graffiti Style OutlineOutline

Das wichtigste Element eines Styles ist und bleibt die Outline, als die Kontur. Man könnte alles andere entfernen, aber solange die Outline bleibt ist der Style erkennbar.
Die Outline ist die Kontur eines jeden Buchstabens und ist meistens nur einfache bis maximal zweifache Strichbreite dick. Beim Sprühen würde man die Outline fast zum Schluss ziehen, da diese besonders sauber und ordentlich sein soll und nicht von anderen Farben überdeckt oder angeschnitten sein darf. Für viele ungeübte Writer ist dies das schwierigste am ganzen Bild, da man sich hier die wenigsten Fehler erlauben kann. Natürlich zeichnet man zu Beginn des Bildes schon die Proportionen des Styles an die Wand. Dies tut man jedoch nur skizzenartig und meist mit den Farben, mit denen man später die Buchstaben ausfüllt. Die letztendliche Outline sprüht man kurz vor Schluss des Bildes.

 

 


Fill-In

Die Farben im Innern der Konturen nennt man Fill-In, also die Füllung des Buchstaben. Sie setzen sich häufig aus Farbverläufen (Fadings) und simpel geformten Flächen zusammen. Hier kann man so ziemlich machen was man will, wichtig ist nur auf eine gewisse Stimmigkeit der Farben zu achten. Beim Sprühen eines Style würde man das Fill-In entweder als erstes oder gleich nach dem Hintergrund sprühen.

 

 

 

 


Background

Wie die anderen Elemente wird auch der Hintergrund häufig auf englisch benannt. Ein Hintergrund kann komplett einfarbig, abstrakt oder auch eine ganze Landschaft sein. Es ist Sinnvoll den Hintergrund als erstes zu sprühen und diesen, genau wie den Rest des Bildes, vorwiegend von oben nach unten zu arbeiten. Beliebte Element im Background sind Pfeile oder Bubbles.

 

 

 

 

 


Block oder 3D Block

Der Block soll dem Buchstaben Tiefe geben. Er wird meistens in einem Schritt bzw. gleich nach der Fill-In gemalt. Man kann den Block parallel verlaufen lassen, also alle Kanten in die gleiche Richtung ziehen, oder perspektivisch mit einem Fluchtpunkt. Die Alternative zum Block ist der Schatten.

 

 

 

 

 


Second Outline

Die Kontur um die Kontur. Diese zieht man für gewöhnlich um den kompletten Style herum, ohne dabei die in die Buchstaben einzudringen. Die Second Outline oder einfach nur Second dient dazu einen Kontrast zwischen Style und Background zu schaffen. Der Style soll sich klar vom Background abheben. Meistens ist die Second etwas breiter als die Outline, dadurch ist die leichter zu sprühen und kann auch dazu dienen Fehler in der Outline zu korrigieren.

 

 

 

 

 


Graffiti Beispiel Highlights

Highlights

Die Highlights sind für gewöhnlich das letzte I-Tüpfelchen am Bild. Für den Writer ist es auch eine Art Belohnung für den fertigen Style. Es sind die Lichtreflexe einer gedachten Lichtquelle, die den Style ausleuchtet. Daher setzt man sie einer gewissen Logik folgend. Für gewöhnlich denkt man sich nur eine Lichtquelle und überlegt dementsprechend wo die Lichtreflexe auf den Style gesetzt werden müssen. Es sind weiße oder sehr helle Striche oder Punkte, häufig mit einem gefadeten Schein drumherum und dem klassischen „Glanzstern“, der einen Lichtreflex (Flare) wie in einer Kameralinse darstellen soll.

 

Das sind die wesentlichen Bestandteile eines klassischen Graffiti Styles. Ich hoffe du hast etwas gelernt.
Viel Spaß beim Sprühen
Lennart

Noch ein Buchtipp für Graffitineulinge:


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