Monat: März 2019

Projekt: Neue Graffiti Hall für Hamburg West

Als ich mit Graffiti anfing hatten wir in Wedel am Kraftwerk an der Elbe, gleich hinter der Stadtgrenze Hamburgs, eine riesige Hall of Fame, an der wir uns mit unseren Sprühdosen nach Herzenslust austoben konnten. Ein großer Teil meiner künstlerischen Entwicklung fand an dieser ca. 200m langen Wand statt, an der man auch immer wieder große Namen der Szene lesen konnte. Leider wurde diese wunderbare Graffitiwand im Zuge des Bauprojektes Elbcube Business Park abgerissen, womit dem hamburger Westen eine bedeutende Fläche für legale Graffiti verloren ging. Eine vergleichbare Fläche gibt es heutzutage nur am anderen Extrem der Stadt in Hamburg Heimfeld. Die größte Graffiti-Wand in Norddeutschland, an der ich schon Künstler aus Holland getroffen habe, die nur für diese Wand angereist waren. Die Bilder dort haben ein beeindruckend hohes Niveau.

Einige Zeit danach enstand eine neue nicht ganz legale Fläche in Hamburg Rissen, die von der Graffitiszene in den letzten Jahren massiv genutzt wurde. Das ehemalige THW-Gelände zwischen Suurheid und Marschweg stand mindestens 15 Jahre lang leer. Die acht großen Gebäude wurden hemmungslos mit Graffiti bemalt und zogen bis zu ihrem Abriss Anfang 2019 diverse Maler aus ganz Hamburg an und bestimmt auch von ausserhalb an. Nach dem Verschwinden dieses weiteren Graffitihotspots klafft erneut ein großes Loch in der Szene hier im hamburger Westen. In direkter Nachbarschaft zum alten THW-Gelände, auf dem wirklich einige schöne Bilder zu sehen waren, liegt allerdings ein wirklich guter Spot für eine legale Graffitigalerie.

Schon 2017 kam mir bei einem Spaziergang durch die Rissener Kiesgrube die Idee zu einer Graffitigalerie im Park. Durch die Rückseite der hohen Rampe in der Skateanlage gibt es dort bereits eine Fläche, die für Graffiti genutzt wird.
Der Standort ist ideal für so eine Graffitigalerie. Platz ist mehr als genug vorhanden und im Sommer ist der Park sehr gut besucht, so dass die Kunst jede Menge Zuschauer hätte. Das Wegenetz im Park bietet diverse interessante Plätze für solche Wände. Parkbesucher könnten durch die Anlage schlendern, um sich die verschiedenen Wände anzusehen.

Die nächsten legalen Flächen sind nur ein paar mehr oder weniger provisorische Holzwände am Jugendzentrum Kiebitz in Iserbrook mit wenig Ambiente und kaum Publikum. Doch es liegt nun mal in der Natur von Graffiti, wie in der einer jeden Kunstform, betrachtet bzw. wahrgenommen zu werden, und da die Rissener Kiesgruben im Sommer sehr gut besucht werden und selbst zur kalten Jahreszeit einige Spaziergänger aniziehen, müssten die Maler ihre Kunst hier nicht ungesehen am Rand der Gesellschaft, sondern könnten sie für ein beträchtliches Publikum anbringen.

Der Park könnte dadurch zu seinem vielseitigen Sport- und Freizeitangebot noch ein weiteres Highlight hinzubekommen. Der hamburger Westen hätte endlich hochwertige legale Flächen an einem beliebten Standort.

Ich werde es mir dieses Jahr zur Aufgabe machen dieses Projekt umzusetzen. Zuerst muss ich es wohl dem Amt für Grünflächen vorschlagen, und bei einer Zusage Sponsoren suchen. Wenn diese wichtigen Schritte durchlaufen sind würde es an die tatsächliche Umsetzung gehen.

Wünscht mir Glück und schreibt mir gerne einen Kommentar, was hier von der Idee haltet.

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